13. April 2012

“Betäubung“ durch EZB-„Medikament“ LTRO lässt nach – Bereit machen für Chancen

Die Wirkung der beiden Dreijahrestender der europäischen Zentralbank auf die Finanzmärkte hat zuletzt deutlich nachgelassen und für stärkere Kursrutsche gesorgt. Unsere taktische Positionierung auf der Staatsanleihenseite ist aufgegangen: Die mehr als eine Billion Euro zusätzliche Liquidität durch die Langfristtender der EZB haben wie erwartet Wirkung speziell bei Anleihen kurzer und mittlerer Laufzeiten gezeigt und die Renditen vieler Papiere der Euro-Peripherie um mehr als 300 Basispunkte gedrückt. Da weitere geldpolitische Lockerungen in Europa nicht auszuschließen sind, behalten wir im DZ BANK-Portfolio unsere Position europäischer Staatsanleihen (gut 30%) aufrecht.
Kurzfristig droht den Assetklassen im Vorfeld der anstehenden Wahlen in Europa nun raueres Fahrwasser. In Europa steht der erste Wahlgang zur Präsidentschaftswahl in Frankreich am 22. April an und ein Sieg des Sozialisten Hollande dürfte für wenig Begeisterung bei anderen Regierungen und den Finanzmärkten sorgen. In Griechenland stehen die Parlamentswahlen am 6. Mai an und auch in Deutschland finden im selben Monat noch zwei Landtagswahlen (Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen) statt, ebenso wie das irische Referendum zum Fiskalpakt Ende Mai. Nach den Wahlen dürfte sich die Stimmung wieder beruhigen, nicht zuletzt durch die Hoffnung auf neue geldpolitische Impulse der Notenbanken.
Mittelfristige Chancen für Neuinvestments sehen wir auf der Aktienseite. Die von uns erwarteten Kursverluste haben inzwischen eingesetzt. Wir gehen davon aus, dass die fundamentalen Vorgaben seitens der Konjunktur mäßig bleiben und sich dies auch in schwächeren Quartalszahlen bei europäischen Unternehmen niederschlagen wird. Diese Entwicklung dürfte aber zunächst – wie auch in den Vorquartalen – von besseren Quartalszahlen der US-Unternehmen übertüncht werden. Speziell Technologiewerte („Apple-Effekt“) und Banktitel verzerren derzeit den Gesamttrend deutlich nach oben. Sollte es im Mai zu einem weiteren Kursrutsch kommen, erscheint beispielsweise beim DAX der Bereich um 6.200 Punkte (entspricht 25% Aufschlag auf den Buchwert) für Käufe aus unserer Liquidität (ca. 20%) attraktiv.
Auf der Anleihenseite haben wir jüngst unsere Empfehlung für Covered Bonds auf leicht übergewichten erhöht. Diese haben sich zuletzt – wie auch Bankanleihen – gut entwickelt und sollten dies auch weiter tun. Staatsanleihen setzen wir im Rahmen einer reinen Anleihenallokation analog zu Unternehmensanleihen auf leicht untergewichten, nicht zuletzt auf Grund vergleichsweise niedriger Spreadniveaus bei beiden Anlageklassen. Im DZ BANK Portfolio bleibt unsere Positionierung auf der Anleihenseite ebenfalls unverändert.

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