Bielmeiers Blog

Aus Informationen Wissen machen.

Der Chefvolkswirt und Bereichsleiter Research der DZ BANK, Stefan Bielmeier, kommentiert die konjunkturelle Entwicklung in Europa, den USA und den Emerging Markets, bewertet die Trends an den internationalen Finanzmärkten und bezieht Stellung zu Politik und Wirtschaftspolitik – kurz, prägnant und auf den Punkt gebracht.

Unterstützt wird Stefan Bielmeier in seinem Blog von den Konjunktur- und Finanzmarktexperten des DZ BANK Research. Lesen Sie in Bielmeiers Blog, mit welchen Themen sich das DZ BANK Research aktuell befasst, worauf die Experten ihren Fokus richten und wie sie die gesamte Entwicklung bewerten.
China hält auch in Q2 das erhöhte Wachstumstempo

Chinas Wirtschaft ist auch im zweiten Quartal dieses Jahres um 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen und hat damit das leicht beschleunigte Wachstumstempo vom Jahresauftakt halten können. Die monatlichen Konjunkturzahlen vom April und Mai hatten noch einen leichten Tempoverlust im zurückliegenden Quartal nahegelegt, im Juni scheint die Konjunktur aber wieder deutlich an Schwung gewonnen zu haben. Dies sind gute Vorzeichen für die zweite Jahreshälfte, in der das Wachstum erhöht bleiben dürfte. Im Vorfeld des im Herbst anstehenden Parteitages der Kommunistischen Partei (KP), der nur alle fünf Jahre stattfindet, ist „Stabilität“ ein zentrales Anliegen der Führung in Peking. Sie wird im Ernstfall auch mit kurzfristigen Wachstumsspritzen für ein günstiges konjunkturelles Umfeld sorgen. Profitieren kann die chinesische Wirtschaft derzeit aber auch von der besseren Weltkonjunktur. Der Außenhandel hat das Wachstum in den letzten Monaten gestützt. Wir halten vor diesem Hintergrund an unserer Wachstumsprognose von 6,8 Prozent für das Gesamtjahr 2017 fest. Erneut…

Der Euro-Raum macht beeindruckende Fortschritte

In den letzten Jahren dominierten vor allem negative Meldungen über den Euro-Raum die Schlagzeilen. Hier ging es um die fehlende Einigkeit unter den Politikern aus Nord- und Südeuropa oder um die schlechte Wirtschaftslage in vielen EWU-Ländern. Bei letzterem hat sich das Bild zuletzt gewandelt. Und es gibt zunehmend Positives zu vermelden. Die Konjunktur im Euro-Raum erholt sich. Und zwar nicht  nur in den stabilen Ländern wie Deutschland, Österreich oder den Niederlanden, sondern auch in den vormaligen Krisenländern Südeuropas. Der konjunkturelle Aufschwung ist  im Euroraum überall spürbar. So zeigte die aktuelle Umfrage unter den Einkaufsmanagern im Industriebereich, dass der Sektor zuletzt so stark gewachsen ist wie seit rund sechs Jahren nicht mehr. Besonders beeindruckend dabei ist nicht nur, wie positiv die Konjunkturaussichten von den befragten Managern beurteilt werden, sondern dass sich in allen teilnehmenden Ländern eine positive Entwicklung abzeichnet. Dabei überzeugen etwa Spanien und Irland bereits seit rund drei Jahren mit…

Griechenland: Will zurück ins Kapitalmarktglück

Im Rahmen des dritten Hilfsprogramms hat Griechenland am vergangenen Montag die nächste Tranche in Höhe von 7,7 Mrd. Euro erhalten. Damit sind die Liquiditätsengpässe, die Ende Juli gedroht hätten, beseitigt. Die griechische Regierung hat somit zunächst bis 2019, wenn wieder größere Fälligkeiten anstehen, finanziellen Freiraum. Da Hellas die Reformanforderungen seiner Gläubiger vorerst erfüllt hat, wird in den kommenden Monaten das Thema Schuldendiensterleichterung wieder in den Fokus rücken. Allerdings dürften sich die EWU-Kreditgeber frühestens nach der Bundestagswahl Ende September zu finanziellen Entlastungen für Griechenland durchringen können. Sollte dies gelingen, könnte die griechische Regierung ihrem Ziel, wieder selbstständig am Primärmarkt tätig zu werden, ein Stück näher rücken. Schon seit Monaten wird spekuliert, dass das Peripherieland zurück an den Kapitalmarkt kehren könnte. Jüngst hatte auch ESM-Chef Regling dieses Vorhaben unterstützt. Schließlich sind auch andere Länder unter dem Euro-Rettungsschirm wie Irland oder Portugal bereits deutlich vor Programmende an die Märkte zurückgekehrt. Besonders die griechische…

Halbjahresbilanz am US-Arbeitsmarkt: Unverminderte Beschäftigungsdynamik bei verhaltener Lohndynamik

Im Juni hat sich in den Vereinigten Staaten die Zahl der Beschäftigten um stattliche 222.000 Personen erhöht, dies hat der jüngste offizielle Arbeitsmarktbericht gezeigt. Darüber hinaus wurde der zunächst für die beiden Vormonate gemeldete Stellenaufbau noch nach oben revidiert. Unterm Strich ergibt sich für das erste Halbjahr ein Beschäftigungsaufbau um etwas mehr als eine Million Menschen, dieser Zuwachs liegt nahezu gleichauf mit dem Plus des Vorjahreszeitraumes. Der US-Jobmotor läuft also weiterhin rund, das spricht kaum für eine Kursänderung bei der Geldpolitik der amerikanischen Zentralbank. Darüber hinaus ist der geringfügige Anstieg der Arbeitslosenquote im Juni von 4,3 auf 4,4 Prozent dem immer noch anhaltenden Zustrom aus der „Stillen Reserve“ geschuldet und sollte nicht als Warnsignal gewertet werden. Dieser Zustrom beim Arbeitskräfteangebot verhindert bisher auch das Anziehen bei der Lohndynamik, was eigentlich bei einer historisch niedrigen Arbeitslosenquote zu erwarten wäre. Vor allem wegen der extrem niedrigen Arbeitslosigkeit gerade bei den gut qualifizierten…