Bielmeiers Blog

Aus Informationen Wissen machen.

Wirtschaftsnachrichten selektieren – analysieren – kommentieren. Das ist das Metier von Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt und Bereichsleiter Research und Volkswirtschaft der DZ BANK, und seinem Analystenteam. In seinem Blog zeigt Bielmeier die konjunkturelle Entwicklung in den weltweit wichtigsten Wirtschaftsregionen auf, befasst sich mit den Trends an den internationalen Finanzmärkten und bezieht Position zum aktuellen Politikgeschehen.

Lesen Sie in Bielmeiers Blog die Essenz aus der täglichen Datenflut – machen Sie sich das Expertenwissen zu Nutze.
ifo-Umfrage: Unternehmen nicht in Festtagsstimmung

Vielen deutschen Unternehmen ist momentan nicht nach Feiern zumute. Das jedenfalls geht aus der aktuellen Umfrage des ifo-Instituts hervor. Der Geschäftsklimaindex ist im Dezember zum vierten Mal in Folge auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren gesunken. Dabei haben sich sowohl die Geschäftserwartungen als auch die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage verschlechtert. Wie schon in den Vormonaten wird die Stimmung derzeit vor allem vom Industriesektor geprägt. Hier ist die Eintrübung des Geschäftsklimas seit dem Sommer besonders auffällig. Die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes sind wohl vor allem angesichts der vielfältigen internationalen Belastungsfaktoren zunehmend skeptisch im Hinblick auf die kommenden Monate. Besonders die Unsicherheit über den Brexit und die Probleme der Regierung Macron in Frankreich haben im Dezember das Wirtschaftsklima belastet. Das hat dazu geführt, dass die Geschäftserwartungen der Industrieunternehmen sogar zum ersten Mal seit dem Frühjahr 2016 wieder in den negativen Bereich abgerutscht sind. In den anderen Branchen sieht es jedoch noch…

Fed – Neue Tonspur

Nein, subtil war die Änderung der Rhetorik des Fed-Vorsitzenden Powell nicht. So gewinnt man eher den Eindruck, dass der oberste Währungshüter der US-Notenbank seine Meinung innerhalb von vier Wochen um 180 Grad gedreht hat. Anfang Oktober hat Powell klar zu verstehen gegeben, dass der aktuelle Leitzins noch weit entfernt von einem annähernd neutralen Niveau sei. Gleichzeitig gab er den Finanzmärkten zu verstehen, dass sich die Währungshüter Zinserhöhungen über das neutrale Leitzinsniveau vorstellen können (Zitate auf Seite 4). Die Reaktion der Finanzmärkte auf diese Äußerung ließ nicht lange auf sich warten: die Aktienmärkte haben sehr zügig mit kräftigen Kursverlusten reagiert. Auch Trump fackelte nicht lange mit einer Antwort und gab in seiner typischen Art sein Missfallen zum Ausdruck. Kurze Zeit später kam der Sinneswandel des obersten Währungshüters. Nur ein Schelm mag etwas Böses denken, aber plötzlich sieht er das neutrale Leitzinsniveau schon fast erreicht, obwohl die Fed seit Oktober keine Leitzinserhöhung…

Geschäftserwartungen im Mittelstand geben merklich nach

Trotz einer leichten Stimmungseintrübung in diesem Herbst befindet sich der Mittelstand weiter in guter Verfassung. Dies zeigen die Ergebnisse unserer Mittelstandsumfrage in diesem Herbst. So bewerten 89 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage immer noch als „gut“ oder „sehr gut“. Auch die Eigenkapitalquote der Unternehmen hat sich gegenüber unserer Frühjahrsstudie nochmals auf 28,1 Prozent der Gesamtkapitalausstattung verbessert. Allerdings gaben die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate deutlich nach. Der Saldo der Antworten fiel von 32,5 Punkten im Frühjahr auf „nur“ noch 21,2 Punkte. Internationale Risiken wie der Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China sowie der bevorstehende Brexit haben sich bei den deutlich weniger optimistischen Erwartungen genauso bemerkbar gemacht wie der Fachkräftemangel, der mittlerweile bereits vier von fünf mittelständischen Unternehmen belastet. Daher halten die Mittelständler auch an ihrer Personaloffensive fest: Mehr als ein Viertel der mittelständischen Unternehmen beabsichtigt, seinen Personalbestand weiter auszubauen. Zudem planen die Unternehmen wieder stärkere Preissteigerungen. Mehr…

Protest der „Gelbwesten“ lässt Einkaufsmanagerindizes in Frankreich abstürzen

Die vorläufige Umfrage unter den europäischen Einkaufsmanagern deutet abermals auf eine schwächere Wirtschaftstätigkeit im Dezember im Euro-Raum hin. Der umfassende Composite-Index sank von 52,7 auf 51,3 Punkte und damit auf das niedrigste Niveau seit mehr als vier Jahren. Insgesamt signalisieren die Einkaufsmanagerindizes eine schwächere konjunkturelle Gangart im Schlussquartal 2018. Besonders in Frankreich trübte sich die Stimmung sehr deutlich ein. Aber auch in Deutschland ging es weiter nach unten. Im Euro-Raum sind die Auftragseingänge fast ins Stocken geraten, und die Exportaufträge sanken wohl den dritten Monat in Folge. Die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen fiel so niedrig aus wie seit zwei Jahren nicht mehr, und die Geschäftserwartungen trübten sich weiter ein. Bedenken über den globalen Handel und das Wachstumsumfeld drückten die Perspektiven genauso wie die zunehmende politische Unsicherheit und die Unklarheit über den Brexit. Die Proteste der „Gelbwesten“ in Frankreich und eine anhaltend schwache Nachfrage nach Automobilen wirkten nach Angaben des britischen…

EZB: Weiter so wie bisher und keine Panik

Wie allgemein erwartet hat der EZB Rat beschlossen, das Nettoanleihekaufprogramm gegen Ende des Jahres zu beenden. Weitergehende Informationen gab es zu den Reinvestitionen. So hat die EZB ihre Forward Guidance dahingehend verändert, dass die Notenbank ihre Reinvestitionspolitik auch dann noch weiterverfolgen wird, wenn die Zinswende schon eingeleitet wurde. Letzten Endes war dies jedoch keine Neuigkeit. Denn kein Marktteilnehmer hatte bislang erwartet, dass die EZB vor der ersten Leitzinserhöhung eine Reduktion der Bilanz in Angriff nehmen wird. Konsens diesbezüglich ist, dass dieses Thema frühestens im Jahr 2021 oder erst 2022 auf die Tagesordnung kommt. Interessanter war dann schon eher, dass die Währungshüter den Passus von unveränderten Leitzinsen bis über den Sommer 2019 aufrechterhalten haben. Ein Großteil der Marktteilnehmer rechnet damit, dass die EZB frühestens im Jahr 2020 die geldpolitischen Zügel straffen wird. Hätte sie jedoch die Wortwahl bezüglich der Zinswende geändert, so wäre dies als sehr pessimistisches Zeichen von den Märkten…

No-confidence vote in the UK – procedure and consequences

For the conservative British politician Jacob Rees-Mogg, the day most likely began with some joyful news: for weeks it looked as though his attempt to overthrow British Prime Minister Theresa May by staging an internal coup had failed. But now her decision to postpone the “Motion on Withdrawal Agreement” vote has played into his hands. And this very evening the vote of no confidence is to be held within the Conservative parliamentary group due to the urgency of the situation. Will May succeed in also fending off this attack? “All” she needs is a simple majority of the votes to achieve this. The Conservatives currently hold 315 seats in parliament. Assuming all MPs take part in the vote, May would therefore need 158 votes to remain in office. Then she would be safe from further attacks from her own ranks for the next twelve months. If she loses, a new…