USA: Gegenläufige Signale vom Arbeitsmarkt – Wirtschaft lebt vor allem vom schwachen Dollar

Teile der US-Wirtschaft äußern derzeit einen Optimismus, der uns überzogen scheint. Zwar ist Optimismus nichts Schlimmes, aber im Hinblick auf die US-Konjunktur wäre etwas mehr Nüchternheit durchaus angebracht. Denn teures Öl macht der Wirtschaft zu schaffen, der Mittelstand leidet unter Absatzproblemen. Dennoch sind vor allem die großen Industriefirmen, die vom schwachen Dollar profitieren, derzeit geradezu überschwänglich. Der Stimmungsindex der Einkaufsmanager in diesem Sektor ging im April nur leicht von 61,2 auf 60,4 Punkte zurück, blieb also über der Marke von 60, die „Euphorie“ anzeigt.

Skeptischer sind bereits die Einkaufsmanager im eher binnenorientierten Servicesektor. Deren ISM-Barometer sank gleich um 4 ½ Punkte auf 52,8. Das ist schon eine ganz „andere Hausnummer“ als in der Industrie. Steigende Lohnstückkosten (Q1: +1,0% Q/Q, nach -1,0% im Vorquartal) werden spürbar. Vor allem im Mittelstand hat sich zuletzt eine geringere Lust auf Neueinstellungen breit gemacht.

Am Arbeitsmarkt hat sich dies noch nicht recht gezeigt, auch weil die (exportorientierte) Industrie wieder mehr Arbeitskräfte anheuert und im Einzelhandel mehr Verkäufer gebraucht werden. Im April wurden immerhin 268 Tsd. neue Jobs im Privatsektor geschaffen – eine überraschend starke Zahl. Die Arbeitslosenquote ist gleichwohl von 8,8% auf 9,0% gesprungen. Fazit: Der US-Aufschwung ist zwar intakt, sollte in seiner weiteren Dynamik aber nicht überschätzt werden.

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