Deutscher Aktienmarkt: Potenzial noch nicht ausgeschöpft

In der Woche nach dem Japan-Erdbeben hatten wir im Bereich um 6.600 DAX-Punkte empfohlen, das ermäßigte Aktienkursniveau zum Einstieg zu nutzen. Wir sahen zu diesem Zeitpunkt gute Chancen, dass sich die Einwirkung der damaligen Stressfaktoren – namentlich die Nachwirkungen des Japan-Erdbebens, die Konflikte in der arabischen Welt sowie die Portugal-Krise – bis Ende Mai 2011 verflüchtigen und die anstehende Dividendensaison sowie sehr gute Berichtsdaten für das erste Quartal dem Aktienmarkt weitere fundamentale Unterstützung liefern würden.

Inzwischen ist dieses Szenario weitgehend eingetreten. Der DAX hat sich seit Japan zwischenzeitlich um 15% erholt. Unsere im Dezember formulierte 6-Monats-DAX-Prognose von 7.500 Punkten per Jahresmitte 2011 wurde somit eingestellt.

Die fundamentale Ausgangslage der DAX-Unternehmen hat sich zuletzt erneut verbessert. Seit Jahresbeginn sind die Konsensschätzungen für 2011 und 2012 um sechs beziehungsweise sieben Prozent angehoben worden. Der sehr gute Verlauf der jüngsten Berichtssaison legt zudem den Verdacht nahe, dass die Gewinnschätzungen demnächst vor einem neuen Anstieg stehen. Aufgrund dieser positiven Trends ist die Bewertung des DAX nach wie vor niedrig (KGV-2012e 10,1, Dividendenrendite 2011e 3,4%) – insbesondere auch gegenüber Alternativanlagen.

Vor dem Hintergrund unseres positiven Konjunkturausblicks 2011/12 gehen wir mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf und 2012 von weiter steigenden Kursen aus. Wir haben jüngst unsere Indexprognosen für den DAX angehoben. Per Jahresende sollte der deutsche Leitindex bei rund 7.900 Einheiten stehen.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Ein Kommentar

Inigo Natzel

Persönlich habe ich eher das Gefühl, dass die Verunsicherung über die Rohstoffpreisentwicklung, das weltweite kunjunkturelle Klima und die politischen Unruhen rund um den Süden des Mittelmeeres eher zu einer Verunsicherung der Anleger führt. Die positiven Verbraucherdaten hier in Deutschland (weniger in USA, in Japan und niedrigere Zuwachsraten selbst in den großen asiatischen Ländern) führen zwar zu einer erfreulichen Topline Performance in den Untrernehmen, aber Bottomline sieht es eher schwierig aus. Kostensteigerungen weiter zu geben ist aufgrund der Wettbewerbssituation nur bedingt möglich. Insofern sind viele Unternehmen zurückhaltend was die Margen anbetrifft, und das wird sich vor allem in 2012 auswirken. Dies ist jedenfalls meine Einschätzung aus unserem börsennotierten Untenehmen und Gesprächen mit Kollegen. Bin nicht pessimistisch, aber neutral zurückhaltend, keinesfalls euphorisch.

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *