Japan nach dem Erdbeben: Konjunktur bricht ein

Japan hat nach dem Dreifachschock von Erdbeben, Tsunami und Atom-Gau schwer zu kämpfen. Das BIP brach im ersten Quartal – wie von uns erwartet und stärker als vom Marktkonsens vorhergesehen – um 0,9 Prozent zum Vorquartal ein.

Der Weg zurück zur Normalität wird schwieriger sein, als derzeit viele meinen. Zwar ist ein Teil der Verkehrsinfrastruktur wieder in Stand gesetzt, die „Rolling Blackouts“, also die zeitweisen Stromabschaltungen, sind vorerst beendet, staatliche Gelder fließen und viele Hilfen sind angelaufen. Man kann aber die Situation nicht dem großen Kobe-Erdbeben von 1995 vergleichen. Damals blieben die Schäden regional begrenzt, die Folgen wurden recht schnell überwunden und Japan blieb eine Rezession erspart.

Drei Gründe sprechen dafür, dass es diesmal deutlich länger dauern wird: Erstens sind die Schäden am Kapitalstock deutlich höher als 1995, die Dimension der Katastrophe ist einfach größer. Zweitens wirkt sich die Reaktorkatastrophe überregional aus, die Energieversorgung ist „prekär“. Und drittens: Japan muss in Zukunft mehr importieren – etwa Flüssiggas zum Ausgleich der „Energielücke“ oder Vorprodukte für den Wiederaufbau. Das wird Wachstum kosten.

Wir sehen deshalb allen Grund, vorerst bei unserer pessimistischen BIP-Prognose von -1,7% für 2011 zu bleiben. Im Jahr 2012 werden Nachholeffekte und vermehrte Investitionen, etwa im Häuserbau, den BIP-Zuwachs auf rund 2,5% beschleunigen.

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