Internationale Energieagentur sieht ein „Goldenes Erdgaszeitalter“

Die Internationale Energieagentur (IEA) wird nächste Woche einen Report mit dem Titel „Potenzial und Implikationen eines Goldenen Erdgaszeitalters“ publizieren. Welch ein Unterschied zur Wortwahl des Jahres 2009, als die IEA wegen sprudelnder US-Schiefergasquellen und global wachsender LNG-Infrastrukturen einen langfristigen Erdgasüberfluss diagnostizierte. Was hat sich seither verändert? Kurz gesagt: Die Nachfrageperspektive!

Erstens steckte die Weltkonjunktur Ende 2009 mit einem Bein in der Rezession, heute ist sie – trotz mancher Schwachpunkte – auf einem soliden Wachstumspfad, und der Energiehunger vornehmlich in den Emerging Markets steigt. Zweitens haben die divergenten Preisentwicklungen von Rohöl (+55%) und US-Erdgas (-7%) und die MENA-Krise den Willen der USA – des „Schiefergas-Mutterlandes“ – gestärkt, die Rohölabhängigkeit zu reduzieren und die Substitution von Rohöl durch Erdgas zu beschleunigen. Drittens haben Nachhaltigkeitsüberlegungen die Wertschätzung von Erdgas erhöht. Erdgas gilt als der „sauberste fossile Brennstoff“. Und nach der Nuklearkatastrophe in Japan ist weltweit mit einer Ausdünnung des AKW-Parks und einer substanziellen Anhebung der Genehmigungsmesslatte für Neuprojekte zu rechnen. Beides spricht für einen zukünftig steigenden Erdgasanteil am Energiemix.

Ob der Begriff „Goldenes Zeitalter“ gut gewählt ist, darüber lässt sich streiten. Dass Erdgas jedoch nach mehr strebt als nur nach dem Oscar für die beste „fossile Nebenrolle“, ist eindeutig.

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