Leitzinsschritt wohl im Juli

Die Bundesanleihen haben im Mai erhebliche Gewinne verbuchen können. Dabei haben die zehnjährigen Laufzeiten im Tief bei Renditen unter 3% notiert. Der Hauptantrieb der guten Performance der Bundesanleihen sind erneut die Sorgen um Griechenland. Der Renditerückgang ist jedoch umso erstaunlicher, als mit einer baldigen Fortsetzung der Leitzinserhöhungen seitens der EZB gerechnet wird.

Die europäischen Währungshüter beraten in dieser Woche turnusgemäß über die Angemessenheit ihrer Geldpolitik. Die nach wie vor deutlich oberhalb des EZB-Zielwertes von 2% verharrende europäische Teuerung bereitet den Notenbankern erhebliches Kopfzerbrechen. Wir gehen davon aus, dass sich die Inflationsrate im Jahresverlauf nur zögerlich dem EZB‑Zielwert von 2% annähert. Vor diesem Hintergrund ist es wahrscheinlich, dass die EZB auf ihrem im April eingeleiteten Zinserhöhungspfad weiter voranschreiten wird. Für die Juni-Sitzung rechnen wir mit keiner Zinsänderung, doch erscheint es wahrscheinlich, dass die EZB-Vertreter eine Straffung zur Juli-Sitzung vorbereiten. Auf Jahressicht rechnen wir mit einem Leitzinsniveau von 2,25%. Die zehnjährigen Bundrenditen dürften in diesem Zeitraum von derzeit etwa 3,0% auf 4,0% klettern.

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