Restrukturierung durch Laufzeitenverlängerung reicht nicht aus

EU-Kommissar Olli Rehn hat genauso wie Finanzminister Wolfgang Schäuble jüngst eine Diskussion um eine Umschuldung Griechenlands angestoßen. Hierbei sollen sich Gläubigerbanken „freiwillig“ dazu verpflichten, die Laufzeiten von ihnen gehaltener griechischer Anleihen zu verlängern. Ob dieser Weg für Griechenland gangbar ist, ist zu bezweifeln. Die griechischen Anleihen sind sehr breit gestreut, was es schwierig macht, die Investoren zu überzeugen.

Nicht alle Gegenparteien werden wohl einer Verlängerung der Laufzeiten freiwillig zustimmen. Momentan stehen über 250 Mrd. Euro an Staatsanleihen aus, wovon allein 76 Mrd. Euro bis 2013 fällig werden. Am 20. Juni wird sich die Euro-Gruppe erneut treffen, um Lösungswege aus der EWU-Schuldenkrise aufzeigen. Im Rahmen eines langfristig tragfähigen Konzepts erscheint es unseres Erachtens sinnvoll, wenn ein Gesamtpaket zur Anwendung kommt. Lediglich weitere Hilfsgelder zu gewähren, vertagt das Problem Griechenland nur. Die Risikoaversion an den Finanzmärkten wird dann weiter hoch bleiben.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *