US-Dollar und Euro: Chaotische Zustände dies- und jenseits des Atlantiks

Als Beobachter von Euro und Dollar glaubt man derzeit, versehentlich auf die Zeitungsseite über die Dritte Welt gerutscht zu sein: Bürgerkriegsähnliche Zustände und politisches Chaos in Griechenland; ein offener Disput zwischen Regierungen und EZB; das weltweit schlechteste Rating eines Euro-Landes, bei dessen Umschuldung es längst nur noch um das „wie“ und nicht mehr um das „ob“ geht. Eigentlich ein Wunder, dass der Euro nicht bis zur Parität abgerutscht ist.

Aber auch jenseits des Atlantiks lässt sich fast nur Fatales berichten: Der Countdown bis zur US-Zahlungsunfähigkeit tickt; Regierung und Opposition streiten sich lieber medienwirksam, statt sich auf den Kompromiss zur Anhebung der US-Schuldengrenze zu einigen. Dazu kommen Berichte, wonach sich die US-Großbanken dafür rüsten, sich im August in großem Stil und schlagartig von ihren Beständen an US-Staatsschuldtiteln zu trennen. Dass die jüngsten US-Konjunkturdaten fast einheitlich auf der negativen Seite überrascht haben, zählt da schon fast zu den Luxusproblemen. Eigentlich ein Wunder, dass der Dollar nicht stärker eingebrochen ist und dem Euro Platz bis 1,60 USD gemacht hat.

Doch alles „hätte, wenn und aber“ hilft nichts, wir sehen uns auch in den kommenden Wochen mit einer Vielzahl von existenziellen Problemen in Euro UND US-Dollar konfrontiert. Das Pendel des Marktinteresses schwingt zwischen diesen Brennpunkten hin und her, die Stimmungswechsel und damit verbunden die Kursausschläge werden immer hektischer. Nach einem anhaltenden neuen Trend riecht es derzeit jedenfalls nicht.

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