Gold bleibt als sicherer Hafen gefragt

Oft wird ein gegenüber dem Euro schwacher US-Dollar als wichtigster positiver Goldpreistreiber herausgestellt. Wenn dem immer so wäre, dann hätte ein deutscher Anleger, der seine physischen Goldkäufe in Euro abwickelt, nur sehr begrenzte Gewinnmöglichkeiten, weil er wegen des stärkeren Euros einen Translationsverlust erleiden würde. Unbestritten ist, dass eine Schwäche des Greenbacks das gelbe Edelmetall bei den Anlegern als Währungsalternative interessanter macht, aber es kann nicht die einzige Begründung für die Aufwärtsentwicklung der letzten Jahre sein. Vielmehr sind hier die aus unserer Sicht unbegründete Angst vor einer massiven Geldentwertung und Sorgen um die Entwicklung der Staatsschulden vor allem in Südeuropa und den USA zu nennen.Der Goldpreis kletterte in Euro zuletzt auf ein Allzeithoch bei rund 1.086 und befindet sich aktuell nur leicht unter diesem Niveau. Gerade vor dem Hintergrund der südeuropäischen Schuldenkrise, der noch wackeligen Perspektiven für die US-Konjunktur und der hohen Inflationsniveaus der Schwellenländer, bleibt Gold – egal in welcher Währung – als sicherer Hafen gefragt. In den letzten Jahren konnte sich Gold daher auch in anderen wichtigen Währungen, wie dem Yen oder Schweizer Franken positiv entwickeln.

Für eine weiterhin positive Goldpreisentwicklung spricht unseres Erachtens die anziehende Inflationserwartung, das weiterhin hohe Investoreninteresse, die gemessen an den kurzlaufenden Renditen der US-Staatsanleihen geringen Opportunitätskosten des Goldes und die relativ angespannte Marktsituation. Wir gehen für 2011 davon aus, dass die Goldnachfrage stärker steigt als das Angebot. Diese positive fundamentale Ausgangslage wird den Goldpreis sowohl in Euro als auch in US-Dollar weiter antreiben. Bei einer Verschärfung der südeuropäischen Schuldenkrise ist kurzfristig sogar damit zu rechnen, dass sich Gold auf Euro-Basis besser entwickelt als das in US-Dollar denominierte Pendant.

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