Investmentstrategie: Anleihen hoch bewertet, Aktien könnten im Herbst aus Trading-Markt ausbrechen

Auch wenn wir nicht glauben, dass zukünftig tatsächlich hinter jeder Tür „schwarze Schwäne“ – also extrem seltene und unvorstellbare Ereignisse – lauern, so zeigt sich doch: In der Folge der starken Schwankungen und schnellen Trendwechsel an den Kapitalmärkten haben sich die Bedürfnisse vieler Investoren und Anleger geändert. Eine Benchmark zu schlagen genügt nicht mehr: Für Investoren steht der reale Vermögenserhalt im Mittelpunkt. Um dies zu gewährleisten, sind ein ausgeprägtes Risikomanagement und vor allem eine flexible Allokation unterschiedlicher Vermögensgegenstände gefragt. In unserem neuen DZ BANK-Portfolio greifen wir diesen Grundgedanken auf.

In unserem zentralen Konjunkturszenario dürften die Gewinne der Unternehmen weiter ansteigen, wenn auch mit verminderter Geschwindigkeit. Zusammen mit der günstigen Bewertung ergibt sich somit weiteres Kurspotenzial für Dividendenpapiere. Den europäischen Aktienmärkten billigen wir dabei mehr Kurspotenzial zu als den amerikanischen. Wir empfehlen zusätzlich, auch auf Corporate Bonds zu setzen. Diese weisen eine höhere Robustheit gegenüber Risiken der Staatsverschuldungskrise als Staatsanleihen auf. Da wir steigende Kapitalmarktzinsen erwarten, drohen bei Staatsanleihen zunächst Rückschläge. Die geringe (oder teilweise) negative Realverzinsung von Bundesanleihen oder Treasuries bietet zunächst keinen adäquaten Ausgleich – entsprechend hoch bleibt unsere Cash-Quote. Kurschancen sehen wir auf Sicht der kommenden Monate zudem bei verschiedenen Rohstoffen. Insbesondere bei Edel- und Industriemetallen erscheinen die jüngsten Kursabschläge übertrieben.

Für unsere aktuell konservative Kassenhaltung (50%) gibt es neben einigen strategischen Argumenten („Cash als Assetklasse“) auch ökonomische Gründe:
1. Staatsanleihen halten wir im Rahmen der Asset Allocation als Assetklasse für zu hoch bewertet und damit als derzeit wenig geeignet für unser Total-Return-Portfolio. Die Opportunitätskosten der Liquiditätshaltung sind damit gegenüber einem Fixed-Income-Investment heute so gering wie nur selten zuvor in den zurückliegenden Jahrzehnten.
2. Wir sehen mittelfristiges Aufwärtspotenzial für Aktien, erwarten aber zunächst einen Trading-Markt bis in den Herbst. Rücksetzer sind nicht zuletzt aufgrund einer sich abschwächenden Konjunkturdynamik möglich. Erst im August/September erwarten wir einen Ausbruch nach oben.

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