Der Schweizer ZEW-Index deckt die Wahrheit über die Franken-Stärke auf

Längst sind wir es gewohnt, die Richtung des Schweizer Franken aus dem Hin und Her in der Schulden- (und diversen anderen) Krisen abzuleiten. Wie heikel es noch immer um das Thema Griechenland steht, ist bereits im Beitrag zum US-Dollar ausgeführt worden. Von dieser Seite spricht also vieles für eine fortgesetzte Frankenstärke. Doch wir haben einen kleinen Hoffnungsschimmer für den Euro entdeckt, und dies in Form weiterer Anzeichen für die Schäden, die der starke Franken in der Schweizer Wirtschaft hinterlässt. So ist der Schweizer ZEW-Index (bitte nicht mit dem weitaus prominenteren deutschen Pendant verwechseln) für Juni von -11,5 auf -24,3 Punkte eingebrochen. Für eine nahende Konjunkturabkühlung macht das KOF-Institut sogar explizit die Frankenstärke verantwortlich. In seinem Quartalsausblick veranschlagt das Institut das BIP-Wachstum für 2012 nur noch auf 1,9% (nach 2,8% im laufenden Jahr). Dabei wird mehrfach auf die Belastung durch die Währung verwiesen. Die bislang so widerstandsfähige Schweizer Wirtschaft bekommt also kräftigen Gegenwind. Dies könnte die mittelfristig ohnehin fundamental angelegte Korrektur der Frankenstärke begünstigen. Kurzfristig bleibt uns aber wohl nur der Blick auf Griechenland als entscheidender Impulsgeber für den Franken.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Ein Kommentar

Roland Weiß

Der starke Franken wird die schweizerische Wirtschaft ohne Zweifel stark belasten und abschwächend auf die Währung wirken. Aus den meiner Meinung nach hohen Darlehensbeständen und Zinswährungsswaps in CHF von Kreditnehmern in Deutschland, Österreich, Ungarn usw. wird es auf aktuellem Niveau nehmen geplanten Tilgungen und Zinszahlung zunehmend auch zu außerplanmäßigen Glattstellungen (Verlustbegrenzung) von CHF-Krediten kommen. Dies könnte eine fundamental gerechtfertigte CHF-Abwertung teilweise neutralisieren und den EURCHF Kurs weiterhin auf niedrigem Niveau halten.

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *