Industrievertrauen fast überall auf dem Rückzug

Die Weltkonjunktur geht derzeit durch eine Phase schwächeren Wachstums, das zeigen auch die Stimmungsindikatoren aus dem Industriesektor. Die neuesten Umfragen unter den Einkaufsmanagern im verarbeitenden Gewerbe lieferten in den großen Wirtschaftsregionen ein gemischtes Bild. So ist im Industriesektor des Euro-Raumes eine gewisse Ernüchterung eingetreten. Dank der wachstumsstärkeren großen Mitgliedsländer Deutschland und Frankreich weist der EWU-Einkaufsmanagerindex für die gesamte Währungsunion zwar noch auf ein moderates Wachstum hin. Die weiterhin schlechte Stimmung bei den Industrieunternehmen in den Peripherieländern bestätigt aber das Bild der dort anhaltenden Rezession.

Und auch in China verliert die Industriekonjunktur an Dynamik. Die beiden verfügbaren Einkaufsmanager-Indizes notieren nur noch knapp über der neutralen 50-Punktelinie. Die Stimmungsindikatoren weisen bereits seit dem Jahreswechsel auf eine allmähliche Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in China hin. Der wichtigste dämpfende Faktor ist dabei die mittlerweile deutliche Straffung der Geldpolitik. Für das soeben zu Ende gegangene Quartal deuten die „harten“ Wachstumszahlen, z.B. zur Industrieproduktion oder zur Bautätigkeit, bislang aber allenfalls auf eine leichte Abschwächung der chinesischen Wachstumsdynamik hin.

Eine positive Überraschung stellte die Stimmungsverbesserung im US-Industriesektor dar. Im Mai war der ISM-Index noch eingebrochen, im Juni kletterte er wieder über die 55-Punkte-Marke. Nach einer ganzen Reihe enttäuschender US-Daten immerhin ein Lichtblick. Für eine Entwarnung ist es allerdings noch zu früh. Die Indizes für die laufende Produktion und für die Auftragseingänge zeigten kaum Verbesserungen. Eine relativ vorsichtige Einschätzung der unmittelbaren Wachtumsaussichten der USA ist aus unserer Sicht daher weiter angebracht.

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