Alles schaut auf Griechenland

Privatisierungen sollen es jetzt richten. Nach Ansicht von EU, EZB und IWF besteht einer der wesentlichen Beiträge, die Griechenland zur Aufarbeitung seiner Fiskalkrise beisteuern soll, neben Kürzungen staatlicher Leistungen sowie Erhöhungen von Steuern und Sozialabgaben in einem Verkauf staatlicher Vermögenswerte. Ganz aktuell haben die Parlamentarier in Athen diesen Vorstellungen ihren Segen erteilt: Das hellenische „Tafelsilber“ kommt nun auf den Tisch. Auf diesem Wege sollen 50 Mrd. Euro erlöst werden.

Nach Maßgabe der vorliegenden Zahlen ist der Staat Griechenland gezwungen, sich im Zeitraum bis Ende 2015 von mindestens zehn Prozent seiner Vermögenswerte zu trennen. Wenn im Zuge der in Griechenland geplanten Privatisierungswelle Effizienzreserven gehoben werden, kann dies einen nennenswerten Wachstumsschub auslösen. Griechenland hat einen Wechsel auf die Zukunft ausgestellt. Und: Europa hofft inständig, dass dieser Wechsel nicht platzt. Die Hellenen sollen laut aktuellem Sparpaket 78 Mrd. Euro aufbringen, wovon allein 50 Mrd. auf Privatisierungserlöse entfallen. Nach unserem Dafürhalten wäre bereits viel erreicht, wenn Griechenland eine Summe von 30 Mrd. Euro durch eine Entstaatlichung einnähme. Zu klären bliebe, ob die europäischen Partner ein solches Ergebnis tolerierten. Fazit: Die Unsicherheit über die kurzfristige Zahlungsfähigkeit ist abgemildert; die Ungewissheit über die langfristige Tragfähigkeit der Schulden bleibt erhalten.

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