EWU-Schuldenkrise – „Eurobonds“ eine Lösung

An Vorschlägen, wie der Staatsschuldenkrise in der EWU beizukommen ist, mangelt es gegenwärtig nicht. Viele der Vorschläge sind jedoch eher dem Druck geschuldet, irgendetwas tun zu müssen, als dass sie geeignet wären, zu einer durchgreifenden Lösung der Probleme beizutragen. Die Situation hat sich zuletzt noch dadurch verschärft, dass nicht nur über die drei relativ kleinen Länder Griechenland, Portugal und Irland diskutiert wird, sondern auch der Schuldenriese Italien ins Visier der Märkte geraten ist.

Auch wenn „Eurobonds“ in Deutschland alles andere als populär sind, wird auf Dauer wohl kein Weg an ihnen vorbei führen. „Eurobonds“ zeichnen sich dadurch aus, dass sie von einer zentralen Instanz begeben werden und alle EWU-Mitgliedsstaaten gemeinsam für sie haften. Um zu vermeiden, dass Länder die gemeinsame Haftung ausnutzen, indem sie sich stark verschulden und so der Gemeinschaft schaden, könnte die Emission auf 60% des Bruttoinlandsprodukts der jeweiligen Länder begrenzt werden. Analog dem Konzept der Ökonomen Delpla/von Weizsäcker wären die unter diesem Regime begebenen Anleihen („Blue Bonds“) vorrangig zu bedienen. Benötigt ein Land über 60% des BIP hinaus Mittel, kann es sich diese unter eigener Regie am Markt beschaffen, wobei zu beachten ist, dass diese Anleihen („Red Bonds“) nachrangig gegenüber den Blue Bonds wären. Auch sollten Anreize geschaffen werden, die dafür sorgen, dass Red Bonds weitgehend außerhalb des Bankensystems platziert werden.

Natürlich wäre die Einführung eines solchen Konzepts mit zahlreichen technischen Schwierigkeiten verbunden, die bei entsprechendem Willen aber lösbar erscheinen. Es könnte ein Baustein sein, die Europäische Währungsunion auf eine nachhaltig tragfähige Basis zu stellen.

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