Investmentstrategie: Mix aus schlechter Anlegerstimmung und günstiger Bewertung verschafft positiven Ausblick

Am Aktienmarkt ist vom gemäßigten Wirtschaftswachstum noch nicht viel angekommen; lediglich Unternehmen mit Lieferketten via Japan haben bisher ihre Ausblicke für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Das Ausmaß der positiven Gewinnrevisionen dürfte sich bald stärker abschwächen, da dieses üblicherweise eng mit den Frühindikatoren wie dem DZ BANK Euro-Indikator oder dem ifo-Index korreliert.

Während die Effekte durch eine wirtschaftliche Abschwächung temporärer Natur sein dürften, ist die Staatsverschuldungskrise in der Peripherie Europas struktureller Natur und noch im Entfaltungsprozess. Wir erwarten, dass die fiskalischen Probleme in Europa die Region noch einige Zeit überschatten werden. Der Markt für U.S.-Staatsanleihen ist in einer „Sympathiebewegung“ dem europäischen Markt zuletzt gefolgt, erstmalig in diesem Jahr fielen die Renditen der zehnjährigen US-Bonds wieder unter 3%. Das Bild eines volkswirtschaftlichen „Soft-Patch“ wurde zwischenzeitlich auch von der Kursentwicklung des S&P 500 komplementiert, der allein im Juni in der Spitze 8% unter sein Hoch aus dem Mai fiel.

Trotz dieser zunächst enttäuschend erscheinenden Rahmenbedingungen bleibt aber zu konstatieren, dass wir an unserem Ausblick festhalten. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe:

1. An der fundamentalen Ausgangslage hat sich in den vergangenen Wochen nur wenig getan: Viele der Probleme (z.B. die hohe Verschuldung verschiedener Länder) sind schon länger bekannt. Starke Schwankungen der Märkte sind nichts Neues, jedoch wurden viele Marktteilnehmer erneut von Geschwindigkeit und Ausmaß überrascht. 2011 korrigierte der DAX zweimal in nennenswertem Umfang. Dies ist kein wesentlicher Unterschied zu den Jahren 2009 und 2010, als der DAX im Jahresverlauf ebenfalls zwei- beziehungsweise dreimal deutlich zurücksetzte. In den USA waren in der Vergangenheit temporäre Rücksetzer ebenfalls an der Tagesordnung. In den vergangenen 70 Jahren traten moderate Kurskorrekturen von 10% oder mehr im Durchschnitt 1,2 mal pro Jahr auf.

2. Auch wenn sich das Ausmaß der positiven Gewinnrevisionen bald stärker abschwächen dürfte, verschafft der Mix aus schlechter Anlegerstimmung und günstiger Bewertung insgesamt einen positiven Ausblick.

Wir halten im Juli (+1,7% gegenüber Vormonat) an unserer bisherigen Investmentstrategie fest. Unsere Aktienquote beträgt rund 31%, in Unternehmens- und Bankanleihen haben wir jeweils 5% investiert, und weitere 10% setzen wir auf Rohstoffe (Industriemetalle & Agrarrohstoffe). Die Cash-Quote beträgt 49%.

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