Aktienmärkte: Kurzfristig noch Abwärtsrisiken, mittelfristig starke Erholung erwartet

Anleger am Aktienmarkt konnten im Anlagejahr 2011 bis zuletzt leichte Gewinne verbuchen, in Deutschland sogar sehr gute Gewinne. Inzwischen steht die Staatsschuldenkrise wieder im Blickpunkt, was jüngst zu starken Kursrückgängen führte.

Dies ist zunächst nicht ungewöhnlich. Historisch betrachtet gibt es im Schnitt pro Jahr 1,2 Korrekturen um mehr als zehn Prozent. In diesem Jahr fiel der DAX schon 13 Prozent im März nach dem Japan-Beben und acht Prozent im Mai, als die Rohstoffpreise stark gestiegen waren. Im vergangenen Jahr gab es drei Korrekturen um mehr als zehn Prozent, 2009 waren es zwei. Die Börse ist kurzfristig immer nur ein Stimmungsindikator und schien zuletzt ein Stück zu weit vorweg gelaufen, was jetzt korrigiert wird.

Viele Unternehmen haben zuletzt sehr gute Zahlen präsentiert, lediglich die Erwartungen waren zu hoch. Von den 19 DAX-Konzernen, die mittlerweile ihre Quartalszahlen veröffentlicht haben, lagen zwölf im Rahmen der Erwartungen. Im Schnitt haben sie ihren Umsatz um neun Prozent und ihren Nettogewinn um 43 Prozent gesteigert. Das ist nach wie vor hervorragend – nur überrascht es niemanden mehr.

In unserer DAX-Prognose von 7.900 Punkten per Jahresende hatten wir befürchtet, dass der Sommer und der Herbst tendenziell schwierig werden. Die Frühindikatoren waren schwach, Gewinne wurden revidiert.

Kurzfristig könnte es wegen der ungeklärten Lage in Italien und Spanien zunächst noch weiter nach unten gehen. Für denjenigen, der gezielt nach günstigen Einstiegschancen sucht, ergeben sich jetzt aber Kaufgelegenheiten – übrigens auch bei Unternehmensanleihen.

Ein Ende des Konjunkturzyklus in diesem Jahr ist unwahrscheinlich. Zeichnet sich im Schlussquartal ab, dass sich die zyklische Konjunkturerholung auch im kommenden Jahr fortsetzen wird, dann dürfte es ab da wieder deutlich bergauf gehen.

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Ein Kommentar

Genau wie Sie, bin – besser: war – ich der Meinung, dass es in der letzten Woche bereits zu günstigen Einstiegen gekommen sei. Nur – die Talfahrt ging/geht in beschleunigter Form weiter. Kann es sein, dass wir Beobachter-der-Lage etwas Dramatisches übersehen? Die Banken/Versicherungen veröffentlichen derzeit „freudig erregt“, dass sie ihre Griechenland-Engagements bis auf X Prozent abgeschrieben hätten. Oder/Und gar keine wesentlichen Bestände in GIPS-Staatsanleihen mehr in den Büchern hätten. Es drängt sich mir der Verdacht auf, dass, wenn so gut wie alle Privat-Gläubiger im Laufe der ersten drei Quartale die buchhalterischen Beträge in Übereinstimmung mit den Marktpreisen gebracht haben, Griechenland dann doch den Haircut durchführen wird. Antizipierten dies vielleicht diejenigen, der derzeit Aktien „schütten“?

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