Der SNB reißt der Geduldsfaden

Der Ausverkauf in Euro-Franken hat bedrohliche Ausmaße angenommen und den Franken auf exorbitant neue Hochs geschleudert. Das Ausmaß dieser Bewegung scheint nicht nur für den Großteil der Beobachter, sondern auch für die SNB besorgniserregend zu sein, so dass die Notenbank nicht umhin kam und mit einer überraschenden Zinssenkung reagiert hat.

Ähnlich wie beim Yen müssen wir aber warnen, dass die SNB versucht, sich gegen externe Einflüsse zur Wehr zu setzen. Investoren, die aus Renditegesichtspunkten in den Franken gehen, lassen sich von niedrigeren Zinsen vielleicht abschrecken; Kapital auf der Flucht vor den diversen Krisen der Welt dürfte dies jedoch kaum beeindrucken.

Das Arsenal der SNB ist damit aber nicht ausgeschöpft. Trotz der bisher wenig erbaulichen Interventionshistorie bleiben auch direkte Markteingriffe im Franken eine Option, ebenso wie das japanische Vorbild einer quantitativen Lockerung. Ebenfalls diskutiert werden negative (Straf-)Zinsen auf Ausländerkonten. Die jüngst veröffentlichten Schweizer CPI-Daten, welche sich bedrohlich dem deflationären Bereich annähern (y/y), bzw. bereits in diesem liegen (m/m), dürften der SNB einen weiteren Grund für entsprechende Eingriffe liefern. In erster Reaktion hat sich der Franken von der Gegenwehr der SNB zwar beeindrucken lassen, doch für eine Entwarnung im Franken ist es mit Blick auf die aktuelle Kursentwicklung noch zu früh. Der Kampf geht weiter.

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