Schuldenkrise drückt Aktienmarktaussichten nun doch

Die jüngsten Kursverluste fanden vor dem Hintergrund der Einigung der USA auf ein Sparpaket, der Implementierung eines neuen italienischen Sparpakets sowie massiver Interventionen der EZB statt. Abweichend zu früheren Beobachtungen führten diese Maßnahmen jedoch nicht zu einem Vertrauensgewinn bei den Investoren – eine Entwicklung, die uns große Sorgen bereitet.

Die jüngste Kursreaktion scheint ein Vorgriff zu sein auf die zu erwartenden negativen Effekte durch bevorstehende Sparmaßnahmen der Staaten mit einer hohen Verschuldung. Der Beschluss weiterer massiver Sparpakete in Europa, den USA und weiteren Teilen der Welt ist zuletzt wahrscheinlicher geworden.

Wir gehen davon aus, dass die bisherigen Konsensgewinne für den DAX von 713 Punkten für 2012, die 15% höher liegen als diejenigen für 2011, maßgeblich von Gewinnzuwächsen in den Schwellenländern und zumindest stabilen Erträgen in den etablierten Märkten der westlichen Welt geprägt sind. Diese Annahme steht nach unserer Einschätzung zunehmend im Risiko, da zusätzlich zu initiierende Sparprogramme die Nachfrage eintrüben dürften. Die gedämpfte Nachfragedynamik trifft auf kräftig ausgebaute Kapazitäten, die die Unternehmen in der zurückliegenden Zeit und unter dem Einfluss kräftiger Konjunkturprogramme aufgebaut haben. Diese Kombination führt nach unserer Einschätzung zu Margendruck, so dass wir nicht mehr damit rechnen, dass die Unternehmen ihre Gewinne in der Summe werden steigern können.

Kurzfristig sind eine Bodenbildung, ein kräftiger Rebound und ein Überschießen des DAX über unsere reduzierte Prognose wahrscheinlich. Wie beschrieben erwarten wir jedoch die Auswirkung der Sparmaßnahmen erst im weiteren Verlauf der 2. Jahreshälfte. Bei Ansatz eines KGVs von 10, welches in etwa dem unteren Rand der KGV-Range zwischen 2003 und 2011 entspricht, sowie konstanten DAX-Gewinnen ergäbe sich ein fairer Wert des DAX bei 6.200 Punkten per 31.12.11. Durch neue Sparprogramme dürften die Gewinne 2013 leicht sinken, so dass auch unsere Prognose zum 30.6.12 etwas niedriger ausfällt (6.000 Punkte).

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