Stark, stärker, Schweizer Franken

An vielen Finanzmärkten herrscht derzeit eine gefährliche Mischung aus Panik und Ratlosigkeit. Wieder einmal drängt sich für viele Investoren der Schweizer Franken als Sicherer Hafen auf und markiert fast täglich neue Allzeithochs. Kurzfristig sollte das Bild weiter von der Flucht in den Sicheren Hafen und Positionsglattstellungen zur Verlustbegrenzung in Währungskrediten geprägt bleiben. Neue Franken-Hochs können sowohl zum US-Dollar als auch zum Euro angesichts der latenten Nervosität der Märkte nicht ausgeschlossen werden. Politik, Wirtschaft, Notenbank und breite Öffentlichkeit in der Schweiz sind außerordentlich über die Franken-Stärke und deren Auswirkungen besorgt. Bislang hat die Gegenwehr der SNB (Zinssenkung, Flutung des Geldmarktes mit Liquidität) kaum gefruchtet. Eine Intervention am Devisenmarkt dürfte in erster Linie Zeit kaufen und den Aufwertungstrend verlangsamen, ihn aber kaum umkehren können. Als extreme Gegenmaßnahmen wären noch die Einführung eines Strafzinses auf Franken-Konten von Ausländern denkbar sowie die vorübergehende Anbindung des Franken-Kurses an den Euro. Langfristig, d.h. nach Stabilisierung der Lage, rechnen wir weiterhin mit einem schleichenden Abbau der fundamentalen Übertreibung des Franken. Wir sind davon überzeugt, DASS es zu einer solchen Korrektur kommen wird. Zu prognostizieren, WANN dies erfolgen wird, käme angesichts der aktuellen Panik und der politischen Komponente der weiteren Ereignisse einem Glücksspiel gleich.

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