Nun auch Frankreich im Visier der Märkte

Die Panik an den Finanzmärkten hat in den letzten Tagen erschreckende Ausmaße angenommen. Den sicheren Anlagehäfen wie Gold, Schweizer Franken oder deutschen Bundesanleihen werden die Türen eingerannt, während sich an den weltweiten Aktienmärkten Kursstürze ereignen, die an die Eskalation der Finanzmarktkrise im Lehman-Umfeld erinnern. Kaum haben sich die Turbulenzen nach der Bonitätsherabstufung der Vereinigten Staaten durch die Ratingagentur S&P etwas gelegt, ist erneut die pure Angst an die Finanzmärkte zurückgekehrt, genährt nicht zuletzt durch die Unsicherheit, dass auch Frankreich seine Bonitätsbestnote von AAA verlieren könnte. Die Bund/Spreads französischer zehnjähriger Anleihen sind zuletzt auf etwa 90 Basispunkte hochgeschossen. Der Rettungsmechanismus der Eurozone baut unter anderem auf dem guten Namen Frankreichs auf. Würden die Ratingagenturen dieses Land herabstufen, wird auch der EFSF sein AAA-Rating verlieren. Dadurch würden sich die Finanzierungskosten für die in Not geratenen Länder des Euro-Raums erhöhen, und die Zehnjahres-Bundrenditen dürften in Richtung 2% marschieren. Unseres Erachtens werden die Ratingagenturen jedoch zunächst abwarten wollen, ob die französische Regierung die Konsolidierungsmaßnahmen nach der Wahl im Frühjahr 2012 weiter vorantreibt. Die Volatilität an den Finanzmärkten dürfte zunächst wohl hoch bleiben.

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