Konjunktur: Schwaches Frühjahrsquartal

Die wirtschaftliche Dynamik hat sich im zweiten Quartal in den Ländern des Euro-Raums deutlich verlangsamt – dabei fungierte Deutschland erstmals seit zwei Jahren nicht als konjunktureller Tempomacher in der Währungsunion. Fast überall dürfte vor allem der private Konsum die Erholung deutlich belastet haben. Während in Frankreich die Autoverkäufe mit dem Ende der Abwrackprämie einbrachen, hat in Deutschland anscheinend die EHEC-Krise ihre Spuren hinterlassen.

Dagegen haben sich die italienische und die spanische Wirtschaft recht wacker geschlagen. Besonders in Spanien ist dies angesichts des sehr rigiden Sparkurses ein erfreuliches Ergebnis. Dennoch ist für beide Länder in diesem und im nächsten Jahr nur mit einem schwachen Wirtschaftswachstum von weniger als einem Prozent zu rechnen.

In Deutschland ist das Bruttoinlandsprodukt im Frühjahr nur noch um 0,1 Prozent angestiegen, nach einer (leicht abwärts revidierten) Wachstumsrate von 1,3 Prozent im ersten Quartal des Jahres. Die positiven Impulse kamen zuletzt vor allem von den Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen. Der Außenhandel hat sich per saldo negativ auf das Wachstum ausgewirkt, da die Importe zwischen April und Juni schneller stiegen als die Exporte und so der Ausfuhrüberschuss leicht schrumpfte.

Doch ist der dynamische Konjunkturaufschwung in Deutschland nun bereits wieder zu Ende? Wir denken nicht. Allerdings werden Wachstumsraten von annähernd fünf Prozent im Vorjahresvergleich in den nächsten Jahren wohl nicht mehr zu erreichen sein. Der Übergang vom schnellen Aufholprozess unmittelbar nach der tiefen Krise in eine eher „normale“ Konjunkturerholung lässt auch die Wachstumsraten wieder auf Normalmaß schrumpfen. Und das heißt in Deutschland nun einmal eher Raten von 1-2 Prozent als deutlich darüber hinausgehende Zuwachsraten.

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