Euro-Rentenmarkt: Risikoscheu lässt die Renditen sinken

Die extremen Schwankungen am heimischen Rentenmarkt werden unseres Erachtens vorerst anhalten. Dabei schließen wir nicht aus, dass sich die Gemütsverfassung der Marktteilnehmer in den kommenden Wochen tendenziell sogar nochmals eintrübt. Der EZB-Rat hat auf seiner letzten Sitzung beschlossen, erneut Staatsanleihen zu kaufen, um einen Flächenbrand zu verhindern. Im Fokus stehen nun spanische und italienische Anleihen. Daneben bietet die europäische Notenbank erneut einen Sechs-Monatstender an, um die Verspannung am Geldmarkt zu lindern. Gleichzeitig hat sie verlauten lassen, an ihrer Zinspolitik festzuhalten. Dies bedeutet, dass weitere Leitzinserhöhungen noch nicht völlig vom Tisch sind.

Vor diesem Hintergrund bleiben wir zunächst noch bei der Meinung, dass die EZB mit einer weiteren Zinserhöhung in diesem Jahr aufwarten wird. Sollten die Finanzmärkte jedoch anhaltend instabil bleiben und sich das konjunkturelle Umfeld weiterhin eintrüben, werden wir diese Prognose kritisch überdenken. Bezogen auf einen Horizont von drei Monaten sollten sich die sehr niedrigen Bund-Renditen wieder korrigieren und zwar auch dann, wenn keine nachhaltige Lösung in der Schuldenkrise gefunden wird. Allein schon, wenn die gegenwärtige Risikoscheu nicht durch weitere Schreckensnachrichten genährt wird, dürften sich die Renditen auf leicht höheren Niveaus stabilisieren.

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