Negative Zinsen werden zur Schweizer Realität

Trotz aller Spekulationen über mögliche Gegenmaßnahmen von SNB und Regierung: so richtig will der Schweizer Franken einfach nicht abwerten. Nicht einmal die Aussicht auf negative Zinsen kann Investoren davon abhalten, in den Franken zu investieren. So haben die diversen Liquiditätsmaßnahmen der SNB zu einem deutlichen Renditerückgang über alle Laufzeiten geführt, besonders stark zu sehen im kurzfristigen Bereich. Das Fixing für den Drei-Monats-Libor liegt mit 0,00667% (nein hier ist keine Null zuviel) nur noch hauchdünn im positiven Bereich. Im Ein-Monats-bereich ist der Libor sogar auf minus (!) 0,01333% gefallen, ohne dass dies zu Marktverwerfungen geführt hätte. Bei der letzten Auktion von Staatsanleihen hat es erstmals in der Geschichte eine negative Rendite gegeben, und die Auktion war vielfach überzeichnet. Die Nachfrage beim 6-Monats-Papier belief sich auf 8,829 Mrd. CHF, zugeteilt wurden „nur“ 599,8 Mio CHF.

Investoren sind also bereit, dem Schweizer Staat Geld zu leihen und dafür nicht etwa eine Rendite zu erhalten (positiver Zins), sondern bezahlen selber noch eine Art „Versicherungsprämie“ dafür, ihr Geld dort anzulegen. Für klamme Länder wie Griechenland, denen sich der Zugang zum Kapitalmarkt immer weiter verschließt, klingt dies wie das Paradies. Doch auch die Schweiz zahlt einen teuren Preis für ihren Status als sicherer Hafen. Wie stark die Wirtschaft unter dem teuren Franken leidet, zeigen die Veröffentlichung des KoF-Index sowie des Schweizer BIP für das zweite Quartal.

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