Stimmung in der europäischen Wirtschaft hat sich kräftig eingetrübt

Das von der EU-Kommission erhobene Wirtschaftsklima (ESI) hat sich im August deutlich eingetrübt. Für den Euro-Raum sank das Klima von 103 Punkten im Vormonat auf 98,3 Punkte – dies war der stärkste Rückgang seit zweieinhalb Jahren. Bis auf den Bausektor, der sich seit nunmehr drei Jahren in einem Stimmungstief befindet, trübte sich in allen Wirtschaftssektoren das Klima ein. Das Industrieklima notiert trotz seines fünften Rückgangs in Folge allerdings immer noch oberhalb seines langjährigen Durchschnitts. Verantwortlich für die Verschlechterung in diesem Wirtschaftssektor waren eine schlechtere Auftragslage und damit verbundene schlechtere Produktionserwartungen. Bereits im Juli waren Daten veröffentlicht worden, aus denen hervorgeht, dass im Sommer im Euro-Raum die Kapazitätsauslastung erstmals seit zwei Jahren gesunken ist. Ins Auge springt auch der jüngste Stimmungseinbruch bei den Verbrauchern und bei den Einzelhändlern. Nach einer leichten Erholung in den Vormonaten notiert das Verbraucherklima jetzt sichtbar unter seinem langjährigen Mittelwert. Angesichts der angespannten Arbeitsmarktlage in den meisten Mitgliedsländern und der Unsicherheit über weitere finanzielle Belastungen durch die Verschärfung der Schuldenkrise, ist dies keine überraschende Entwicklung. Der jüngste Einbruch des Wirtschaftsklimas weist darauf hin, dass die Wirtschaftsleistung des Euro-Raumes im laufenden und im kommenden Quartal nur sehr schwach wachsen dürfte. Die konjunkturelle Erholung dürfte in Gang bleiben, ein Quartal mit Nullwachstum kann aber nicht ausgeschlossen werden.

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