EZB-Politik im Krisenmodus

In den zurückliegenden Wochen hat sich die Stimmungslage an den Finanzmärkten drastisch verschlechtert. Entsprechend feuert die Europäische Zentralbank in ihrem Krisenmodus derzeit wieder aus allen verfügbaren Rohren. Seit Monatsfrist haben die Währungshüter Anleihen von Euro-Staaten in einem Umfang von mehr als 55 Mrd. Euro erworben: ein neuer Rekordwert. Daneben wird für Liquidität erneut ein Sechs-Monatstender angeboten, um Verspannungen am Geldmarkt zu lindern.

Galten noch vor wenigen Wochen weitere Zinserhöhungen der EZB als ausgemachte Sache, wird zwischenzeitlich selbst eine Zinssenkung der Notenbank marktseitig nicht mehr ausgeschlossen. Ein skeptischerer Konjunkturausblick und die Bestätigung des freundlichen Inflationsausblicks ermöglichen es nach unserer Lesart der EZB, von ihrem eingeschlagenen Zinserhöhungspfad abzurücken. Die gegenwärtig aufkeimenden Zinssenkungsspekulationen teilen wir hingegen nicht. Die derzeitigen makroökonomischen Gegebenheiten in der Eurozone malen zwar ein trübes, aber kein schwarzes Bild. Wir gehen davon aus, dass die europäischen Währungshüter das gegenwärtige Leitzinsniveau von 1,50% für längere Zeit unangetastet lassen werden.

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