Euro erneut im Würgegriff der Griechenlandkrise

Ausgehend von Kursen um 1,41 USD ist der Euro in der zurückliegenden Woche unter massiven Abgabedruck geraten. Im Tief fiel der Euro hierbei bis auf rund 1,3500 USD und kratzte damit erstmals seit Februar wieder an dieser Marke. Zu verdanken hat der Euro den jüngsten Kurssturz zum einen der EZB, die bei ihrer jüngsten Sitzung das Ausbleiben weiterer Leitzinserhöhungen signalisiert hat, und zum anderen den sich verschärfenden Befürchtungen einer Staatspleite Griechenlands. Wenngleich dieses Thema den Euro in den vergangenen Monaten immer wieder belastet hat, so wird die Situation momentan dadurch verschärft, dass der Haussegen zwischen der sog. Troika (EZB, IWF und EU) und der griechischen Regierung schief zu hängen scheint. Während bislang die Troika den Griechen letztendlich immer positive Spar- und Reformfortschritte attestiert hat, scheint es nun ernsthafte Zweifel an der Umsetzung, bzw. Einhaltung der vereinbarten (Spar-) Ziele zu geben.

Zwar hat Griechenland jüngst eine Immobiliensteuer erhoben, um weitere Gelder einzutreiben, doch ob diese Maßnahme letztendlich ausreichen wird, um die Vorgaben der Troika doch noch zu erfüllen, bleibt trotz aller Beteuerungen von griechischer Seite abzuwarten. Nach Angaben von EU-Kommissar Rehn will die Troika ihren Prüfbericht zu den Fortschritten der griechischen Sparbemühungen Ende des Monats vorstellen. Von diesem Bericht hängt dann ab, ob Griechenland die dringend benötigte nächste Tranche in Höhe von 8 Mrd. Euro aus dem internationalen Hilfspaket ausgezahlt bekommt oder ob dem Land die Zahlungsunfähigkeit droht.

Bis wir Gewissheit darüber haben werden, wie es mit Griechenland weitergehen wird, dürften den Gerüchten und Spekulationen auf eine mögliche Pleite Griechenlands weiter Tür und Tor geöffnet sein. Der Euro muss sich in diesem Umfeld auf weitere unruhige Wochen einstellen und dürfte hierbei auch vor einem erneuten Schwächeanfall nicht gefeit sein.

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Ein Kommentar

Enrico Liebich

Ich finde es schon erstaunlich, wie schnell der Wind sich zu ungusten des Euros drehen kann. Ich betrachte aber der Vollständigkeit halber nur das Paar EUR/USD. Galt noch vor einiger Zeit, bedingt durch die Abstufung der Bonität der USA durch eine namhafte Ratingagentur, daß der USD vor dem Zerfall steht. Über die Schuldenkrise (made in Amerika), den politischen Spannungen in den USA wegen des eigenen Haushalts und des Budgets, verweise ich auf die vielfältigen Kommentare in der Tagespresse.
So steht der USD jetzt wieder im Interesse der Anlager. Mich beunruhigen dabei die Kommentare: der USD ist ein „safe haven“.
Verrückte Welt.

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