Investmentstrategie: Gut behauptet durch die Krise

Es mehren sich die Sorgen, dass sich die momentane Unsicherheit auch direkt im realwirtschaftlichen Ausgabeverhalten niederschlägt. Wir haben unsere BIP-Prognosen für die USA erneut revidiert. Auch für den Euroraum und China erwarten wir nun ein geringeres Wachstum. Entsprechend haben wir auch die Welt-BIP-Prognose für 2012 auf 3,8% reduziert. Wir schätzen die BIP-Entwicklung in den wichtigsten Industrieländern weiterhin durchweg negativer ein als der Konsens.

Am Aktienmarkt ist unsere These, dass die Unternehmensgewinne für 2012 zu optimistisch geschätzt würden, unterfüttert worden. Seit August sind die Schätzungen um knapp sieben Prozent revidiert worden. In der Berichtssaison drohen Enttäuschungen. Der Vertrauensverlust in Politik und politische Institutionen sowie die schwächelnde Konjunktur dürften weiterhin für einen Mangel an Kursfantasie sorgen. Das findet in der Bewertungssituation Ausdruck: Die meisten Titel notieren in der Nähe des Buchwertes beziehungsweise im einstelligen KGV-Bereich, obwohl die Unternehmen solide finanziert sind.

Am Rentenmarkt bleibt weiterhin möglich, dass die Renditen speziell bei Bunds in den nächsten Wochen neue Tiefs erreichen. Allerdings dürften bei einer Aufhellung der Situation auch immer wieder massivere Rückschläge möglich sein, da sich die jüngste Entwicklung von den Fundamentalkriterien deutlich abgekoppelt hat. Die Korrektur allzu pessimistischer Erwartungen spricht allerdings für einen mäßigen Renditeanstieg bis auf 2,7% und 3,0% der zehnjährigen Bundesanleihen auf Sicht von sechs und zwölf Monaten.

Im Rohstoffsegment sehen wir zunächst einen Seitwärtsmarkt, so dass sich hier keine Neuengagements aufdrängen.

Wir haben im September keine Änderungen in unserem DZ BANK-Portfolio vorgenommen. Aktien würden wir prinzipiell gerne nachkaufen. Die meisten Titel notieren in der Nähe des Buchwertes und im einstelligen KGV-Bereich, und die Unternehmen sind gleichzeitig sehr solide finanziert. Es gilt zusätzlich der einfache Grundsatz, dass man in einer Krise langfristige Positionen aufbauen sollte, weil man es sonst gar nicht mehr macht. Auf der anderen Seite folgen wir im DZ BANK-Portfolio dem Total-Return-Gedanken und wollen in diesem Jahr keine weiteren (temporären) Kursverluste bei Neupositionen riskieren.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *