Bundrenditen markieren neue Allzeittiefs

Mit Werten unterhalb von 1,70% haben die zehnjährigen Bundrenditen ein neues Allzeittief markiert. Die eskalierende EWU-Schuldenkrise sowie sich eintrübende Aussichten für die Weltwirtschaft und insbesondere für die Konjunktur in den Vereinigten Staaten können als maßgebliche Treiber der Anleihemärkte angesehen werden. Galten noch vor wenigen Wochen weitere Zinserhöhungen der EZB als ausgemachte Sache, wird inzwischen selbst eine Zinssenkung der Notenbank marktseitig nicht mehr ausgeschlossen. Ein skeptischerer Konjunkturausblick und die Bestätigung des freundlichen Inflationsausblicks ermöglichen es nach unserem Dafürhalten der Notenbank, von ihrem zuvor eingeschlagenen Zinserhöhungspfad abzurücken. Wir gehen davon aus, dass die europäischen Währungshüter das gegenwärtige Leitzinsniveau von 1,50% für längere Zeit unangetastet lassen werden. Am langen Kurvenende haben die Renditen nunmehr Niveaus erreicht, die unter fundamentalen Gesichtspunkten nur schwer zu rechtfertigen sind. In den Anleihekursen scheint schon jegliche Weltuntergangsstimmungsstimmung antizipiert zu sein. Mit einer Revision der extrem pessimistischen Markterwartungen ist der europäische Rentenmarkt anfällig für Kursrückschläge. Zusammen mit einem schwächeren Rentenmarkt in Übersee dürften die Renditen zehnjährigen Bundesanleihen auf Sicht der kommenden Monate leicht ansteigen. Insgesamt sollte jedoch das Niedrigzinsniveau aufgrund immer wieder aufkeimender Unsicherheit auf absehbare Zeit bestehen bleiben.

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