Deutsche Wirtschaft kommt in schwieriges Fahrwasser

Die deutsche Konjunktur steht zweifellos vor einer schwierigen Phase. Die Unsicherheit über den weiteren Fortgang der Staatsschuldenkrise und die Turbulenzen auf den Finanzmärkten sorgen auch bei den Unternehmen für eine gestiegene Vorsicht. Das kommt in der aktuellen Umfrage des ifo-Instituts zum Ausdruck, die zeigt, dass die Geschäftslage der Firmen zwar nach wie vor sehr gut ist, dass sich die Aussichten für die nächsten sechs Monate aber erheblich eingetrübt haben.

Insgesamt zeigt sich der deutsche Unternehmenssektor in der aktuellen Umfrage vor dem Hintergrund der anschwellenden Krisendiskussionen aber überraschend stabil. Der Geschäftsklimaindex liegt immer noch deutlich über seinem langjährigen Mittelwert, was sicherlich auch auf das in den Sommermonaten noch sehr kräftige Wachstum der Industrieproduktion zurückzuführen ist.

Ein anderes Bild ergibt sich, wenn man die Finanzmarktakteure und Analysten zu den Konjunkturaussichten befragt. Gemäß ZEW-Index ist die Stimmung hier schon beinahe wieder so schlecht wie auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008/2009, als die deutsche Wirtschaft in die schwerste Rezession der Nachkriegszeit schlitterte. Selten war die Diskrepanz zwischen einer immer noch guten Wirtschaftslage und negativen Erwartungen so groß wie aktuell. Das Wachstum im dritten Quartal war noch kräftig, aber es deutet derzeit einiges auf eine empfindliche Abkühlung zum Jahresende hin.

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