Neuer Vorschlag zur Eindämmung der EWU-Schuldenkrise

Viele Marktteilnehmer haben sich erhofft, dass der jüngste EU-Sondergipfel Klarheit bringt über einerseits die Beteiligung der privaten Gläubiger an einer Umschuldung Griechenlands und andererseits über die Hebelung der EFSF. Daneben wurde die Hoffnung gehegt, dass die Kapitalisierung des Bankensektors in trockene Tücher gebracht wird.

Zwar wurde am Mittwochabend ein grobes Konzept bekannt gegeben, viele Details fehlen jedoch. Ob der jüngste Vorschlag positiv zu bewerten ist oder nicht, hängt zum einen entscheidend von den weiteren Details ab, die jedoch erst in den kommenden Wochen veröffentlicht werden. Daneben stellt sich die Frage, ob sich die privaten Investoren von den Garantiezusagen hinter dem Herd hervorlocken lassen. Grundsätzlich verringern sich die potenziellen Verluste für einen Investor durch die jüngst beschlossenen Maßnahmen. Trotz allem bleiben wir dennoch skeptisch für Papiere der schuldengeplagten Länder eingestellt. Zum einen zweifeln wir weiterhin an der Reformfähigkeit und am Reformwillen der italienischen Regierung. Daneben muss Italien Anfang des kommenden Jahres ein immenses Volumen an Staatsanleihen refinanzieren und nicht zuletzt steht die Regierungspartei unter Premierminister Berlusconi auf wackeligen Beinen. Diese Fakten tragen nicht dazu bei, das Vertrauen in die Staatsanleihen des Stiefelstaates zu erhöhen. Negativ ist außerdem zu bewerten, dass die Ratingagenturen die Bonität von Frankreich unter Beobachtung gestellt haben. Wir gehen unverändert davon aus, dass die Top-Bonität nicht gehalten werden kann. Verliert Frankreich sein AAA-Rating, so wird auch der Hilfsmechanismus der EWU seine gute Bonität nicht halten können. Diese Faktoren könnten die Marktteilnehmer auch in den kommenden Monaten verunsichern. Wir gewichten Anleihen der Peripherie weiterhin unter.

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