EZB senkt Leitzins überraschend auf 1,25%

Zur allgemeinen Überraschung hat der EZB-Rat auf seiner jüngsten Sitzung, der ersten unter der Leitung des neuen Zentralbank-Präsidenten Draghi, den Leitzins für die Eurozone um 25 Basispunkte auf 1,25% gesenkt. Er begründet dies mit einer Wachstumsschwäche und nachlassendem Inflationsdruck in der Eurozone. Die jüngsten Unsicherheiten bezüglich der Entwicklung in Griechenland haben die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen wieder in die Region von 1,80% getrieben.

Der Zusammenhalt innerhalb der EWU, sowohl was die politische als auch die soziale Seite betrifft, steht derzeit auf tönernen Füßen. Vor diesem Hintergrund kann eine mögliche Verschärfung der Situation nicht ausgeschlossen werden. Die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen dürften vor diesem Hintergrund den Weg in Richtung 1,50% einschlagen.

Mit den geschaffenen Werkzeugen von EFSF & Co. können zwar negative Folgen auf andere Peripherie-Mitgliedsländer nicht komplett vermieden werden, desaströse Auswirkungen wie eine Rückkehr zu den nationalen Währungen der einzelnen Länder des (heutigen) Euroraums sollten jedoch mit den vorhandenen Mitteln zu verhindern sein. Auf Sicht von sechs Monaten dürften die zehnjährigen Renditen dennoch bei 1,50% zu liegen kommen, denn die Schwierigkeiten im EWU-Schuldendrama dürften uns zunächst erhalten bleiben.

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