Politikwechsel in der EZB

Mit einem Paukenschlag hat sich der neue EZB-Präsident ins Amt eingefunden, indem er mit seinen Kollegen im EZB-Rat die Leitzinsen, ohne die Märkte vorbereitet zu haben, von 1,5% auf 1,25% gesenkt hat. Die Äußerungen der jüngsten Pressekonferenz deuten auf einen Politikwechsel hin. Anscheinend werden die „Falken“ im Rat von nun an einen deutlich schwierigeren Stand haben. Unsere Prognose für die EZB-Leitzinsen haben wir vor diesem Hintergrund angepasst.

Angesichts des sich abzeichnenden Politikwechsels gehen wir davon aus, dass die Notenbank nun schneller auf sich ändernde Frühindikatoren und auf schwache Konjunkturdaten reagieren wird. Wir erwarten, dass die EZB den Refinanzierungssatz innerhalb der kommenden sechs Monate bis auf ein Niveau von 0,5% senken wird. Die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen dürften aufgrund der erwarteten Leitzinssenkungen nun niedriger ausfallen als bislang angenommen.

Dessen ungeachtet gehen wir weiterhin davon aus, dass die Entwicklungen der EWU-Schuldenkrise die Renditen am langen Ende der Kurve in den kommenden Monaten maßgeblich bewegen werden. Auf Sicht von sechs Monaten dürften die zehnjährigen Renditen bei 1,50% zu liegen kommen. Diese Prognose beruht nicht zuletzt auf der Erwartung weiterer Schwierigkeiten im EWU-Schuldendrama.

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