Investmentstrategie: Defensivere Aufstellung für die kommenden Monate

Der Konjunkturaufschwung verliert weltweit an Fahrt. Auch die Wirtschaft in der EWU sollte 2012 nur noch um 0,8% wachsen, weil die Schuldenkrise erhebliche Nebenwirkungen entfaltet. Insbesondere die Verunsicherung bei Unternehmen und Konsumenten ist hoch. In verschiedenen Ländern müssen zudem relativ kurzfristig die Sparmaßnahmen ausgeweitet werden, wodurch die Konjunkturentwicklung im Euroraum im kommenden Jahr an den Rand der Rezession gerät.

Simultan dazu dürften auch die Unternehmensgewinne und Aktienkurse auf Sicht der kommenden Monate stagnieren beziehungsweise nur noch leicht steigen. Wir empfehlen eine defensive Aufstellung und warnen vor Kursverlusten bei zyklischen Werten, die sich bisher noch sehr gut gehalten haben. Interessanter sind große internationale Blue-Chips, deren Bewertung teilweise auf dem niedrigsten Niveau seit März 2009 liegt. Bei diesen Werten verlockend erscheint vielfach alleine die hohe Dividendenrendite, die das Warten auf neue Gewinnsteigerungen bei den Unternehmen in der Zwischenzeit belohnt.
Am Anleihenmarkt gehen wir weiterhin davon aus, dass die EZB den Leitzins infolge der sich verschlechternden europäischen Konjunktur und der EU-Schuldenkrise bald auf ein neues Rekordtief senken wird. In diesem Umfeld sollten Bundesanleihen Unterstützung erfahren. Eine Long-Positionierung in Bundesanleihen halten wir angesichts der fundamentalen Überbewertung der Bunds und der hohen Marktvolatilität aber für zu riskant. Andere Anleihenkategorien erscheinen zunächst aussichtrsreicher.

In unserem DZ BANK-Portfolio vollziehen wir den Switch in defensive Aktientitel. Aktien in Form internationaler Blue-Chips (10% DJ Global Titans) und dem S&P 500 (16%), sowie zusätzlich europäische Versorgeraktien und deutsche Versicherer (je 5%) sollten 2012 besser laufen als Zykliker. Im Anleihenbereich setzen wir auf eine höhere Gewichtung von Covered Bonds (jetzt 10%). Zusätzlich stocken wir unsere Unternehmensanleihenposition von 5% auf 10% auf und kaufen neu Emerging Market-Anleihen (10%), weil diese mehr Substanz vermitteln als die überbewerteten Staatsanleihen aus Kerneuropa oder den USA. Die Rohstoffpositionen verkaufen wir, weil die Eintrübung der globalen Wachstumsperspektiven und die sich verschlechternde Stimmung innerhalb des industriellen Sektors sich negativ auf die Rohstoffnachfrageentwicklung insbesondere in den USA und Europa auswirken sollte.

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