Eurobonds: Fluch oder Segen?

Die Vorschläge, wie die Eurozone das schwierige Fahrwasser der Fiskalschuldenkrise am Besten umschiffen kann, überschlagen sich derzeit. Momentan ist das Thema Eurobonds wieder in aller Munde, nachdem der Präsident der Europäischen Kommission, Jose Manuel Barroso, diesen Lösungsansatz unter dem Deckmantel „Stabilitätsbonds“ wieder auf den Tisch gebracht hat. Das sogenannte „Grünbuch“ zur Umsetzung der Idee Stabilitätsbonds ist in erster Linie als Diskussionsgrundlage gedacht.

Die Geister innerhalb der EWU scheiden sich hinsichtlich des Themas. Während viele Marktteilnehmer in Eurobonds der Weisheit letzter Schluss sehen, werden diese von anderen als „süße Versuchung“ für eine höhere Verschuldung verteufelt. Eurobonds oder Stabilitätsbonds sollen an den internationalen Kapitalmärkten begeben werden. Die Machbarkeitsstudie der EU-Kommission prüft drei Optionen zur Einführung dieser Anleihen. Der größte Unterschied zwischen den verschiedenen Varianten ist, wie Haftung vergemeinschaftet wird.

Kurzfristig kann die Liquiditätsnot durch Eurobonds oder auch durch Käufe von Staatsanleihen durch die EZB zwar gemindert werden. Dies wird die Käufer aber nicht nachhaltig an den Handelstisch zurückbringen, solange sich nichts an dem generellen Schuldenproblem ändert. Letztlich dürfen durch Stabilitätsbonds oder andere Maßnahmen keine falschen Anreize gesetzt werden. Langfristig hilft es im Grunde genommen nur, die Tragfähigkeit der Verschuldung zu verbessern. Dies geht ausschließlich über eine konsequente Konsolidierungs- und Reformpolitik.

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