Im ersten Quartal dürften die Weichen für die Zukunft der EWU gestellt werden

Wenngleich die Unsicherheit über die Zukunft der Eurozone in den kommenden Wochen zunächst noch anhalten dürfte, so sollte das erste Quartal 2012 doch endlich Licht ins Dunkel bringen, stehen hier doch einige Entscheidungen, bzw. Ereignisse auf der Agenda, die die Weichen für die Zukunft Europas stellen dürften. In diesem Zusammenhang ist u.a. der im ersten Quartal vergleichsweise hohe Refinanzierungsbedarf Italiens zu nennen. So muss das Land in den ersten drei Monaten des Jahres rund 30% seines gesamten, in 2012 benötigten Finanzbedarfs an Bonds am Kapitalmarkt einsammeln. Diese Auktionen dürften zum Gradmesser für das Vertrauen des Marktes in die italienische Wirtschafts- und Reformpolitik unter Ministerpräsident Monti werden.

Hinzu kommt, dass Griechenland im März die Auszahlung einer weiteren Kredittranche erwartet. Ob das Geld jedoch letztendlich fließen und damit Griechenland vor einer Pleite bewahren wird, hängt maßgeblich davon ab, ob Premierminister Papademos in den nächsten Wochen die dafür erforderliche Reform des Justiz- und Steuersystems sowie weitere Rentenkürzungen durchs Parlament bringen wird.

Auch die europäische Politik ist uns nach wie vor noch Details zu der auf dem Dezember-Gipfel vereinbarten Verschärfung des EU-Vertrages schuldig. Hier sollten im Februar/März endlich den Worten Taten folgen. Zudem darf nicht vergessen werden, dass neben den Präsidentschaftswahlen in Frankreich im April auch noch das Ergebnis der Ratingüberprüfungen der EWU-Staaten aussteht. Das erste Quartal verspricht also spannend zu werden.

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