Der Refinanzierungsbedarf der EWU ist auch 2012 sehr hoch

Für die EWU-Staatsanleihen war das Jahr 2011 sehr turbulent. Vor dem Hintergrund teilweise massiv erhöhter Renditeaufschläge in diesem Segment hatten die Schuldenmanager von finanziell angeschlagenen Ländern alle Hände voll zu tun, die eigenen Staatsanleihen am Kapitalmarkt unterzubringen.

Daneben war das Emissionsvolumen 2011 mit etwa 780 Mrd. Euro sehr hoch – zumal Irland, Portugal und Griechenland keine Anleihen am Kapitalmarkt platziert haben, sondern Hilfsgelder der EU und des IWF empfangen haben. In diesem Jahr dürfte das Gesamtemissionsvolumen mit 782 Mrd. Euro annähernd gleich hoch ausfallen wie 2011, da deutlich mehr Anleihen fällig werden und von dieser Seite das Emissionsvolumen in die Höhe treiben. So müssen fast 620 Mrd. Euro am Kapitalmarkt aufgenommen werden, um fällig werdende Anleihen zu finanzieren. Die von den verschiedenen Regierungen angekündigten und teilweise schon beschlossenen Sparmaßnahmen dürften hingegen das Nettoemissionsvolumen der Zentralregierungen im Euroraum im Vergleich zum Vorjahr reduzieren.

Das größte Risiko für unseren Emissionsausblick stellt die wirtschaftliche Entwicklung dar. So könnte das benötigte Volumen deutlich höher ausfallen, falls die Konjunktur stärker einbräche als gegenwärtig angenommen: eine Entwicklung, bei der die Gefahr bestünde, dass die Risikoprämien am Markt für EWU Staatsanleihen nicht nur hoch bleiben, sondern in den kommenden Monaten noch weiter steigen und die Sparziele vieler Regierungen kaum mehr zu erreichen wären.

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