Ungarns Weg aus der Krise geht nur über den IWF

Seit in der vergangenen Woche der ungarische Wirtschaftsstaatssekretär Pleschinger ein Scheitern der Kreditverhandlungen des Landes mit dem IWF „keine Tragödie“ nannte, überschlagen sich geradezu die Meldungen und Gerüchte. Ministerpräsident Orban sah sich am Freitag genötigt, seinen ausdrücklichen Willen zur Einigung mit dem IWF öffentlich zu bekunden. Ungarische Papiere konnten sich daraufhin von ihren Tiefständen wieder erholen. Aber ist nun wirklich alles gut?

Die Befürchtungen hinsichtlich eines baldigen Ausfalls ungarischer Staatsanleihen waren sicherlich trotz düsterer medialer Prophezeiungen deutlich übertrieben. Kurzfristig stehen kaum Anleihen zur Rückzahlung an, und die Devisenreserven des Landes reichen mindestens noch für dieses Jahr.

Genau hier liegt aber auch das Risiko, dass die ungarische Regierung, trotz des verbalen Kniefalls, hart mit dem IWF verhandelt und auf Zeit spielt. So fordert der Fonds eine Aufweichung des neuen Zentralbankgesetzes sowie die Abschwächung einiger umstrittener Krisensteuern. Damit die national ausgerichtete Regierung ihr Gesicht wahrt, wird sie versuchen, die Bedingungen abzuschwächen und hofft, dass sich die allgemeinen Marktbedingungen zu ihren Gunsten ändern. Bis dahin wird wohl keine nachhaltige Trendwende am Markt einsetzen, denn Ungarns langfristige Zahlungsfähigkeit kann angesichts der hohen Auslandsschulden nur mit fremder Hilfe gesichert werden.

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