Die EZB pausiert auf dem Zinssenkungspfad

Die europäischen Währungshüter haben bei ihrem jüngsten Zusammentreffen den Leitzins unverändert bei 1,00% belassen. Wir gehen davon aus, dass die Notenbank im Zinssenkungszyklus lediglich pausiert. Eine weitere Lockerung der Geldpolitik sollte für das erste Quartal einkalkuliert werden. Im Euroraum steht in diesem Jahr ein immenses Anleihevolumen zur Prolongation an. Inklusive Nettoneuverschuldung dürften die Euroländer 2012 versuchen, Staatsanleihen im Gegenwert von 782 Mrd. Euro am Kapitalmarkt zu platzieren.Vor allem die europäischen Banken dürften wohl die Chance nutzen, einen Großteil der zurückfließenden Gelder in Bundeswertpapieren anzulegen. Dies böte den Finanzinstituten eine bessere Positionierung für zukünftige Stresstests und einen Abbau von Risikoaktiva. Solche bilanzpolitisch getriebenen Bestandsänderungen weg von risikoreicheren Anleihen von Euroraum‑Peripherieländern hin zu möglichst best-gerateten Papieren werden unseres Erachtens die relative Nachfrage am Kapitalmarkt einmal mehr zugunsten der Bunds verändern. Nachdem die zehnjährigen Bundrenditen von rund 2,30% Anfang Dezember des vergangenen Jahres erneut auf Werte um 1,80% gesunken sind, scheint sich die Lage seit Anfang des Jahres auf dem erreichten niedrigeren Niveau ein wenig zu stabilisieren. Da auch die Teuerung in der EWU von oben kommend im Jahr 2012 in Richtung 2,0% laufen dürfte, gibt es von fundamentaler Seite kaum Gründe für einen merklichen Renditeanstieg bei den Bundestiteln.

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