Die Ratingagentur S&P hat jüngst neun Länder der Eurozone herabgestuft – Deutschland bleibt spitze, speziell Frankreich und Österreich verlieren ihr jeweilige Bonitätsbestnote

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat am vergangenen Freitag die Langfristratings von neun Staaten der Eurozone herabgestuft. Allein Deutschland, Finnland, Luxemburg und die Niederlande sind bei S&P nunmehr noch mit der Bestnote AAA ausgestattet.

Speziell die Herabstufung Frankreichs ist nicht wirklich überraschend gekommen. Wir erwarteten seit April 2011 durchgängig derartige Aktionen seitens der Ratingagenturen. Insgesamt darf sich insbesondere Deutschland in seiner Position gestärkt sehen; die Richtungsvorgabe „Konsolidierung in Europa“ wird  honoriert. Die Bundesanleihen werden auch in den kommenden Monaten, wenn nicht Jahren, das Maß aller Dinge am Finanzmarkt der Eurozone bleiben: Liquidität und Solidität geben den Ausschlag. Nach unserem Dafürhalten sind auf die kurze Frist bei den deutschen Staatsanleihen sogar nochmals tiefere Renditen möglich als bereits jetzt zu sehen.

Auch dürften wir in den kommenden Monaten und Jahren weitere Herabstufungen durch die Ratingagenturen sehen, so wohl bei Frankreich und Österreich. Dann dürfte auch erneut die Bonität der EFSF leiden, Teil der europäischen Rettungsschirme. Auch diese hat bei S&P aktuell ihre Bestnote verloren. Deren Renditen entsprechen weitgehend denen Österreichs und Frankreichs. Da für die Marktteilnehmer die Herabstufungen nicht überraschend kamen, haben auch die Renditeaufschläge kaum noch reagiert. Wie für diese Länder erwarten wir auch im Falle der EFSF keinen Käuferstreik, so dass sie ihre Anleihen weiterhin ohne größere Probleme platzieren können dürften.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *