Gute Einkommensperspektiven für private Haushalte in Deutschland

Trotz teilweise schwierigen Umfelds ergeben sich 2012 und 2013 gute Einkommensperspektiven für die privaten Haushalte. Von der im internationalen Vergleich eher günstigen Konjunkturentwicklung profitieren alle wichtigen Komponenten: Bruttolöhne und -gehälter dürften angesichts hoher Tarifabschlüsse und wachsender Beschäftigung 2012 um 2,7% und 2013 um 3,3% wachsen. Der seit Jahresbeginn niedrigere Rentenbeitragssatz bringt den Arbeitnehmern zudem Entlastungen von jährlich rund 1,4 Mrd. Euro. Rentner profitieren von der positiven Lohnentwicklung. 2012 ist ein nominaler Rentenzuwachs um 2,1% und 2013 um 2,8 Prozent zu erwarten. Betriebsüberschüsse, Selbstständigen- und Vermögenseinkommen erholten sich 2010 und vor allem 2011 (+6,4%) von ihrem Einbruch 2009. Für 2012 und 2013 ist mit moderaten Zuwächsen von jeweils rund 3,5% zu rechnen. Insgesamt dürften die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte 2012 um 3% und 2013 um 3,5% wachsen.

In der Vergangenheit reagierten die Bürger auf Krisen häufig mit verstärkten Sparbemühungen. So haben die privaten Haushalte nach dem Börsencrash 2001/2002 ihren Konsum eingeschränkt. Die Sparquote stieg in den Folgejahren von 9,5% auf über 11%, der schwache Konsum blockierte einen nachhaltigen Aufschwung. Die krisenbedingte Verunsicherung schränkte zudem die Investitionsbereitschaft der Bürger ein, so dass Investitionen in das eigene Heim an Bedeutung verloren. 2011 war die private Sparquote dagegen trotz internationaler Staatsschuldenkrise und Euro-Sorge zurückgegangen, der private Konsum entwickelte sich zur Stütze der Konjunktur. Gleichzeitig haben die Bürger begonnen, mehr in Modernisierung und Neubau zu investieren. Die 2011 voraussichtlich auf über 220.000 Wohnungen gestiegenen Baugenehmigungen (+17%) signalisieren, dass sich die positive Entwicklung fortsetzen dürfte.

Angesichts einer hohen Arbeitsplatzsicherheit, gleichzeitig aber anhaltender Inflationsängste sowie der Sorge um den Euro dürfte sich die Sparquote 2012 und 2013 auf einem leicht abgesunkenen Niveau von knapp 11% einpendeln. Mit ihrem Konsum- und Investitionsverhalten leisten die privaten Haushalte einen stabilisierenden Beitrag zur Konjunkturentwicklung in Deutschland.

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