BoJ öffnet erneut die Schleusen und bringt den Yen unter Druck

Der Yen kam in der letzten Woche verstärkt unter Druck, nachdem die Bank of Japan angekündigt hatte das Ankaufvolumen von Staatsanleihen um 10 Billionen JPY (rund 97 Mrd €) aufzustocken und das zur Verfügung stehende Volumen bis Ende 2012 zu investieren. Gegenüber USD fiel der JPY zeitweise auf den tiefsten Stand seit 2 Monaten. Wohl nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund des politischen Drucks, haben die Währungshüter außerdem ein mittelfristiges Inflationsziel von 1% (y/y) festgelegt. Die Maßnahmen der Zentralbank kamen eher unerwartet, lag der Fokus der Diskussionen doch momentan auf einer möglichen Intervention am Devisenmarkt. Aber stellen die Beschlüsse tatsächlich eine Änderung der japanischen Geldpolitik dar? So mag eine Zielinflation von 1%, Preisstabilität für die japanische Volkswirtschaft widerspiegeln. Ein Preisanstieg von deutlich über Null Prozent dürfte jedoch bereits in der Vergangenheit von der BoJ angestrebt worden sein – zum letzten Mal überschritten wurde die 1%-Marke im Oktober 2008. Zudem entsprechen die 10 Billionen JPY, um die das Ankaufprogramm für Staatsanleihen ausgedehnt wird, der Hälfte der bislang veranschlagten Summe von 20 Billionen JPY. Es ist fraglich, wieso das letzte Drittel der Gesamtsumme einen größeren Einfluss haben soll, als die ersten beiden. Ein nachhaltiger Effekt auf den Wechselkurs dürfte demnach von den jüngsten Entscheidungen der Zentralbank nicht ausgehen.

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