Deutsches Staatsdefizit sinkt beträchtlich

Trotz des schwachen Jahresausklangs hat die insgesamt gute Konjunktur im abgelaufenen Jahr dafür gesorgt, dass das Defizit bei den deutschen Staatsfinanzen erheblich kleiner ausfiel als noch im Jahr 2010. Die Defizitquote ist von 4,3% auf 1,0% im Jahr 2011 gesunken, damit erfüllt Deutschland erstmals seit 2008 wieder das Defizitkriterium des Maastricht-Vertrages. Im laufenden Jahr ist allerdings kaum mit einem weiteren Rückgang des Staatsdefizits zu rechnen, denn aufgrund der schwächeren Konjunktur werden die Steuereinnahmen nicht mehr so stark zulegen wie noch 2011.

Anders als beim Defizit liegt die Staatsschuldenquote, also der gesamte Schuldenstand relativ zur Wirtschaftsleistung, mit rund 80% auch weiterhin deutlich über den Maastricht-Vorgaben von maximal 60%. Da der neue EU-Fiskalpakt eine Rückführung überschüssiger Schulden vorsieht, werden in den kommenden Jahren auch in Deutschland zusätzliche Sparanstrengungen nötig sein, um der zuletzt von der Bundesbank geforderten „Vorbildfunktion“ im Kreis der Euro-Länder gerecht zu werden.

Die konjunkturelle Abschwächung im Schlussquartal 2011 ging maßgeblich auf die Belastungen im Außenhandel zurück. Die deutschen Exporte waren rückläufig, besonders die Lieferungen in andere EWU-Länder sowie in das restliche Europa litten unter den mit der Schuldenkrise verbundenen Belastungen. Das konnte auch von den weiter recht gut laufenden Geschäften mit außereuropäischen Kunden nicht ganz ausgeglichen werden. Dagegen kamen die positiven Wachstumsimpulse zuletzt vor allem von der Bauwirtschaft, ein Trend, der sich in diesem Jahr fortsetzen dürfte.

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