Geht die seit fünf Jahren anhaltende Korrektur am US-Häusermarkt zu Ende?

Die Preise für Wohnimmobilien sind in den Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr im Jahresdurchschnitt um rund vier Prozent gefallen. Nach dem von der Federal Housing Finance Agency (FHFA) veröffentlichten Index erreicht damit der gesamte Preisrückgang seit dem Höchststand Anfang 2007 fast 20 Prozent. Seit Mitte 2011 zeichnet sich allerdings eine Stabilisierung der Immobilienpreise ab. Dagegen ist der S&P/Case-Shiller-Hauspreisindex, der zudem das Subprime-Segment berücksichtigt, auch dritten und vierten Quartal letzten Jahres gefallen. Danach sind die Immobilienbewertungen seit 2007 sogar mit insgesamt 34 Prozent im Minus.

Die Hauptursache für die anhaltende Marktschwäche ist das nach wie vor sehr hohe Volumen an notleidenden Darlehen, die fast acht Prozent der ausstehenden Hypotheken ausmachen. Dadurch kam es 2011 zu rund 2,7 Millionen beantragten Zwangsversteigerungen, die für ein erhebliches Überangebot am Immobilienmarkt sorgen. Demgegenüber fällt die Nachfrage nach wie vor relativ schwach aus. Sie leidet insbesondere unter der immer noch hohen Arbeitslosigkeit, hoher Verschuldung und gestiegenen Anforderungen an die Kreditnehmer. So kommen insbesondere Erstkäufer nur schwer an eine Finanzierung.

Dabei kann der Kauf einer US-Immobilie derzeit als durchaus attraktiv bezeichnet werden. Die Hypothekenzinsen weisen ein ausgesprochen niedriges Niveau auf und die Überbewertung der Hauspreise hat sich weitgehend abgebaut. Der aktuelle Medianpreis für ein bestehendes Eigenheim bewegt sich – insbesondere aus europäischer Sicht – mit unter 120.000 Euro auf einem günstigen Niveau. Wir erwarten dennoch auch in diesem Jahr bei einem im Jahresverlauf abnehmenden Preisrückgang ein Minus von im Jahresdurchschnitt zwei bis vier Prozent. Der FHFA-Index dürfte sich dabei ohne die Belastungen aus dem Subprime-Markt besser als der S&P/Case-Shiller-Index entwickeln. Mit dem allmählichen Abbau des Bestands an notleidenden Hypotheken und der weiteren Erholung der US-Wirtschaft stehen die Chancen aber gut, dass zum Ende dieses Jahres die Talsohle erreicht ist.

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