US-Konsumausgaben: Schwacher Start ins neue Jahr

Die privaten US-Haushalte haben im Januar ihre realen Ausgaben den dritten Monat in Folge konstant gehalten. Die persönlich verfügbaren Realeinkommen sind dagegen ganz leicht (um -0,1%) zum Vormonat gesunken. Die neuen Konjunkturdaten sind insofern wichtig, weil sie erste Aufschlüsse darüber geben, ob die US-Wirtschaft einen Gutteil des Schwunges, den sie im Endquartal 2011 – bei einer Quartalsrate von 3 Prozent – gewonnen hatte, tatsächlich nun ins laufende Jahr hinein übertragen kann. Die aktuellen Daten vom Konsum und den Einkommen sind diesbezüglich zwar etwas enttäuschend. Wir denken aber mit Blick auf andere zuletzt sehr gute Indikatoren, dass man den Fortgang des Aufschwunges dennoch bejahen kann.

Im Hinblick auf die real verfügbaren Einkommen ist zu bedenken, dass der nominelle Anstieg von 0,2 Prozent im Januar durch höhere Gebühren und vor allem vom ölpreisbedingten Anstieg der Inflationsrate etwas mehr als kompensiert wurde. Hier zeigt sich, wie abhängig die US-Wirtschaft nach wie vor von der preisgünstigen Verfügbarkeit von billigem Benzin ist. Ob der Ölpreis nachhaltig so hoch bleibt wie derzeit, ist aber noch keineswegs ausgemacht.

Dass die realen Konsumausgaben zuletzt nur stagniert haben, stimmt zwar in der Tat eher ernüchternd als positiv. Es ist aber vor dem Hintergrund zu bewerten, dass die Ausgaben wegen der Nachholnachfrage nach (teuren) Autos am letzten Jahresende ohnehin schon recht hoch waren. Dabei war die Nachfrage nach dauerhaften Gütern, zu denen auch Autos zählen, im Januar mit +0,9 Prozent weiter überproportional stark, so dass der Spielraum für andere Konsumausgaben wohl etwas eingeschränkt war. Die Konsumenten haben aber offenbar auch auf das teurere Benzin reagiert und waren bemüht, ihre Sparquote nicht allzu sehr zu drücken. Diese ist denn auch im Januar nur leicht auf 4,6 Prozent gesunken (von 4,7 Prozent). Sie blieb damit in etwa so hoch wie im Durchschnitt des letzten Jahres. Die zuletzt gemessene Sparquote ist damit im internationalen Vergleich zwar immer noch recht niedrig, aber deutlich höher als am Höhepunkt des letzten Konsumbooms. Den Verbrauchern dürfte also genügend „Luft“ bleiben, ihre Ausgaben in den kommenden Monaten noch einmal etwas auszuweiten.

Entscheidend für den weiteren Aufschwung in den USA ist gleichwohl, dass die verfügbaren Einkommen wieder deutlicher steigen. Immerhin gab es zuletzt vom Arbeitsmarkt ermutigende Zeichen hierfür. Die Beschäftigungsdynamik im privaten Sektor hat sich seit letzten September deutlich gesteigert, was seinerseits die Arbeitseinkommen stärkt und damit den Konsum – und letztlich die Konjunktur – stabilisiert. Die jüngst beschlossene Beibehaltung der ermäßigten Sätze bei den Sozialsteuern (Payroll Tax) dürfte ähnlich stabilisierende Effekte haben. Zu den positiven Daten der letzten Zeit gehört auch das deutlich gestiegene Konsumentenvertrauen: Der entsprechende Index des Conference Board stieg im Februar immerhin um fast 10 Zähler auf 70,8 Punkte – ein Einjahreshoch.

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