Deutscher Aktienmarkt: Hohe Diskrepanz zwischen Kursen und Gewinnschätzungen

Aufgrund der massiven Liquiditätszufuhr durch die EZB haben die Aktienmärkte das Jahr 2012 mit einem Traumstart begonnen. Während allerdings DAX und Euro Stoxx 50 an Wert zulegten, konnten die zugrunde liegenden Gewinnschätzungen noch keine Trendwende verzeichnen. Im Euro Stoxx 50 wurden sie weiter kräftig reduziert (-4% seit Jahresbeginn), im DAX stagnierten sie zumindest. Die Bewertung der Indizes ist in der Folge spürbar angestiegen.

Nach der Liquiditätsrallye rechnen wir angesichts der konjunkturellen Aussichten (Stagnation in Kerneuropa mit Ausnahme Deutschlands, Rezession in der Peripherie) nicht mit ausreichend positivem Newsflow, um das erreichte Kursniveau zu halten oder weiter ansteigen zu lassen. Wir rechnen damit, dass die Zahlen zum 1. und 2. Quartal 2012 die Fortsetzung der deutlichen Wachstumsverlangsamung, die schon in Q4 2011 abzulesen ist, hervorbringen werden. Mit aktuell 645 Indexgewinneinheiten liegen die Prognosen für 2012 annähernd exakt auf dem Niveau, welches wir im August 2011 als „fair“ bezeichnet hatten. Seither wurden die damals viel zu optimistischen Annahmen um rund 15% adjustiert. Die Prognosen für 2013 wurden in vergleichbarem Ausmaß reduziert und stehen aktuell bei 716 Indexgewinneinheiten. Während das KGV mit 9,3 Einheiten noch immer eine Unterbewertung anzeigt, ist diese bei Betrachtung des KCF (5,6 vs. Durchschnitt 5,9) nicht mehr zu konstatieren. Zum Jahresende 2012 erwarten wir den Euro Stoxx 50 bei 2.550 und den DAX bei 6.600 Indexpunkten.

 

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