Bank of England – Herzlichen Glückwunsch zum Jahrestag

Seit ziemlich genau drei Jahren liegt der Leitzins der Bank of England nun bei historisch niedrigen 0,5% – ein Grund,der Zentralbank zu diesem Jahrestag zu gratulieren? Wohl eher nicht. Die britische Wirtschaft präsentiert sich weiterhin schwach. Im vierten Quartal ging die Wirtschaftsleistung sogar um 0,2% (q/q) zurück.

Auch der Immobilienmarkt bleibt ein Sorgenkind auf der Insel. So deuten die letzte Woche veröffentlichten Hauspreisdaten für Februar bestenfalls auf eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau hin. An dieser schleppenden Entwicklung konnte bislang auch das Anleiheankaufprogramm der Notenbank, das im Februar um 50 Mrd. GBP auf insgesamt 325 Mrd. GBP aufgestockt und damit bis Mai verlängert wurde, nichts ändern. Unterdessen treten die Meinungsverschiedenheiten unter den Mitgliedern des neunköpfigen Entscheidungsgremiums deutlicher hervor. Während sich mindestens zwei Mitglieder für den Erwerb zusätzlicher Staatsanleihen stark machen, sieht Martin Weale ein Ende der Anleihekäufe bevorstehen. Hingegen betonte Gouverneur Mervyn King, dass künftige Entscheidungen von den ökonomischen Gegebenheiten abhängen werden. Demnach dürften die in den nächsten Tagen anstehenden Daten zur Produktion in der Industrie und im verarbeitenden Gewerbe sowie zur Arbeitslosigkeit im Januar Aufschlüsse über die Notwendigkeit zusätzlicher Impulse für die britische Wirtschaft liefern. Insgesamt dürfte die Dynamik grundlegend schwach bleiben: in diesem wie auch im kommenden Jahr sind keine großen Sprünge beim Wirtschaftswachstum zu erwarten. Dies und die daraus resultierenden Spekulationen über den geldpolitischen Kurs werden das Pfund aber erst dann angemessen zu belasten beginnen, wenn das übergeordnete Thema der Schuldenkrise so weit vom Radar verschwunden ist, dass sich der Devisenmarkt anderer Problemfelder annehmen kann.

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