Anleihetausch in Griechenland geglückt – aber nicht nur freiwillig

Insgesamt 95,7% aller Anleihen in privaten Besitz werden, freiwillig oder nicht, getauscht. Insgesamt haben Gläubiger von Anleihen, die griechischem Recht unterliegen, zu 85,8% an einem freiwilligen Umtausch teilgenommen. 5,3% haben sich zwar gegen einen Umtausch, aber für die Änderung der Anleihebedingungen entschlossen. Aufgrund dieser Situation hat die griechische Regierung bekannt gegeben, auch die übrigen Anleihen nach griechischem Recht per Zwang umzutauschen.

Die Inhaber von Anleihen, die internationalem Recht unterliegen, beteiligten sich zu 69% am freiwilligen Anleihetausch. Die griechische Regierung hat für die übrigen Gläubiger nach internationalem Recht die Frist für die Teilnahme am Umtausch bis zum 23. März verlängert, in der Hoffnung, dass die Quote der freiwilligen Beteiligung weiter ansteigen könnte. Die Eurogruppe hat auf Basis des „erfolgreichen“ Schuldenschnitts das Rettungspaket II durchgewunken und gibt 35,5 Mrd. Euro für den Umtausch frei. Die Auszahlung weiterer Gelder ist jedoch wie bisher an den Fortschritt in der Haushaltskonsolidierung und die Durchführung von wettbewerbsfördernden Reformen gebunden. Diese werden weiterhin durch die Troika aus IWF, EZB und Eurogruppe kontrolliert werden.

Die International Swaps and Derivatives Association (ISDA) ist zu dem Entschluss gekommen, dass der Umtausch von 8,9% Alt-Anleihen, bei denen die Gläubiger weder einem freiwilligen Umtausch noch den Änderungen der Anleihebedingungen zugestimmt haben, ein Kreditereignis im Sinne einer Restrukturierung darstellt, welches Credit Default Swaps (CDS) auslöst. Welche Anleihen genau angedient werden könnten, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.

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