Aktienmärkte: Zyklische Werte weiterhin meiden

Die Aktienmärkte haben einen Traumstart in das Jahr 2012 hinter sich. Hinter der eindrucksvollen Kursentwicklung steht nach unserer Einschätzung maßgeblich die reichliche Liquiditätszufuhr durch die EZB, die die Sorge vor einer erneuten Bankinsolvenz eliminiert hat.

Parallel zum erfolgten Kursanstieg, der im DAX rund 20% beträgt, konnten sich die bewertungsrelevanten Gewinnschätzungen (2012e) seit Jahresbeginn stabilisieren, nachdem sie im zweiten Halbjahr 2012 prognosegemäß um rund 15% reduziert wurden. Auf dem aktuellen Niveau suggerieren die Erwartungen eine Gewinnstagnation bei deutschen Unternehmen, die wir vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Lage sowie in 2011 erzielter Rekordgewinne für plausibel halten.

Die Mischung aus unveränderten Gewinnschätzungen und starkem Kursanstieg hat die Unterbewertung der Aktienmärkte zu großen Teilen abgebaut. Sowohl nach Kurs/Buchwert als auch nach Kurs/Cashflow ist der DAX derzeit fair bewertet. Vor diesem Hintergrund (faire Bewertung, Gewinnstagnation und Stagnation der EWU-Wirtschaftsleistung) halten wir den erfolgten Kursanstieg für nicht nachhaltig und daher korrekturbedürftig. Wir erwarten den DAX zum Jahresende bei 6.600 Punkten.

Aus strategischer Sicht halten wir Aktien unverändert für unverzichtbar in Bezug auf eine ertragsorientierte Vermögensallokation. Wir halten neue Engagements in den DAX auf dem erreichten Kursniveau aber nicht für sinnvoll. Wir präferieren stattdessen substanzstarke Unternehmen, die eine hohe und nachhaltige Dividende zahlen und auf diese Weise für nicht vorhandenes Gewinnwachstum entschädigen. Des Weiteren raten wir dazu, auf defensive Sektoren zu setzen (Nahrungsmittel, Öl&Gas, Versicherer, Konsumgüter) und Zykliker zu meiden.

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