EUR-GBP: Und es kommt noch schlimmer…

Die britische Wirtschaft ist im letzten Quartal 2011 noch deutlicher geschrumpft als zunächst angenommen. Nach endgültigen Daten ist das BIP auf der Insel um 0,3% (q/q) zurückgegangen; zuletzt wurde das Minus auf 0,2% (q/q) geschätzt. Die schlechten Botschaften komplettierte in den letzten Tagen der Gouverneur der Bank of England Mervyn King. Er geht davon aus, dass die britische Wirtschaft im zweiten Quartal dieses Jahres aufgrund des zusätzlichen Feiertags zum 60-jährigen Dienstjubiläum der Königin stagnieren wird. Könnte die Zentralbank vor diesem Hintergrund auf ihrer Sitzung nächste Woche zu weiteren Stützungsmaßnahmen greifen? Unserer Einschätzung nach ist das recht unerheblich. Die Frage sollte nämlich vielmehr lauten: Stehen der BoE überhaupt wirksame Instrumente zur Verfügung? Der Leitzins fällt mit einem Niveau von 0,5% bereits seit ca. drei Jahren als Impulsgeber aus. Das Staatsanleiheankaufprogramm hat zwar dazu geführt, dass sich auf der Bilanz der Zentralbank rund 30% des ausstehenden Volumens britischer Gilts befinden. Der Effekt auf die wirtschaftliche Dynamik bleibt dabei allerdings äußerst umstritten. Das Britische Pfund hält sich gegenüber dem Euro trotz des schwierigen dortigen Umfelds recht stabil, was angesichts der kurzfristig noch bestehenden Stolpersteine auf dem Weg zu einer nachhaltigen Lösung der EWU-Schuldenkrise wenig überraschend ist.

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